Marga (Margarete) Neumann geb. Lein wurde am 19.08.1903 in Würzburg geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Würzburg, Riga-Jungfernhof, Raum Riga, Lohr am Main. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Ihre Eltern waren Lein Adelheid geb. Rosenbaum (11.10.1879–22.01.1943) und Lein Heinrich (01.03.1865–08.02.1924).
Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Neumann Julius, die Ehe wurde am 1927 geschlossen.
Ihr Kind war Neumann Stefan Heinz (10.02.1929–1941/1942).
Sie starb am 1941/1942 in Raum Riga.
Weitere Angaben aus den Quellen: Marga Neumann wurde 1903 geboren und wuchs in der Fabrikantenfamilie Heinrich und Adelheid Lein, geb. Rosenbaum, zusammen mit ihrem Bruder Franz in Würzburg auf. 1927 heiratete Marga Julius Neumann, der als Teilhaber in die Kleiderfabrik "Lein & Steinberg" ihrer Eltern eintrat. Die Herrenkleiderfabrik ging auf Margas Großvater mütterlicherseits, Louis Rosenbaum zurück, der sie zwischen 1877 und 1894 gründete. 1929 wurde Margas einziges Kind Stefan Heinz geboren. Um 1936 erlitt sie eine psychische Erkrankung und war ca. eineinhalb Jahre in der unterfränkischen Nervenheilanstalt in Lohr untergebracht, wo sie wegen "Melancholie" behandelt wurde. Im Anschluss an ihren Aufenthalt in Lohr wurde sie direkt zur Sterilisation nach Würzburg verlegt und dort entlassen. Am 14. Juni 1933 war das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" erlassen worden, das in den verschiedenen Heil- und Pflegeanstalten umzusetzen war. Raoul Posamentier stellte fest, dass seit dem 9.2.1934 bis Juli 1944 vom Lohrer Direktorat 240 Anträge (119 Frauen und 121 Männer) auf "Unfruchtbarmachung" gestellt wurden. Im Fall von 156 Anträgen wurde die Sterilisation tatsächlich durchgeführt, vgl. Posamentier, S. 59-60. Der Niedergang der Familienfirma, scheiternde Emigrationsversuche und der Verlust der langjährigen Familienwohnung in der Rotkreuzstraße 13 1/2 folgten. Zuletzt war die Familie in einem sogenannten "Judenhauses" in der Friedenstraße 26 untergebracht. Am 18. März 1940 wurde Marga wegen Verbrennung beider Füße 10 Tage arbeitsunfähig geschrieben. Wie aus einem Schreiben ihres Mannes Julius Neumann an die Gestapo-Stelle Würzburg hervorgeht, war sie zu diesem Zeitpunkt schon vier Wochen lang bettlägrig. Ihr Mann bat um Freistellung von der Zwangsarbeit, die er seit August 1939 versehen musste, um seine Familie zu versorgen. [1016][1090][1003][1057][1078] Am 27. November 1941 wurde Marga Neumann mit ihrem Mann und ihrem zwölfjährigen Sohn nach Riga ins Außenlager Riga-Jungfernhof deportiert. Ihr weiteres Schicksal ist nicht bekannt. [1016][1003] Anmerkung: Zur Rolle der Nervenheilanstalt Lohr im Nationalsozialismus s. Posamentier, Raoul: Heil- und Pflegeanstalt Lohr am Main. In: von Cranach, Michael und Siemen, Hans-Ludwig (Hrsg.): Psychiatrie im Nationalsozialismus. Die Bayerischen Heil- und Pflegeanstalten zwischen 1933 und 1945. 2. Auflage, München 2012, S. 55-88.