Marianne Dora Rein (1911 - 1942)

Marianne Dora Rein wurde am 02.01.1911 in Genua geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Genua, Würzburg, Riga-Jungfernhof, Raum Riga. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Ihre Eltern waren Rein Gustav (02.05.1878–07.03.1917) und Rein Hedwig geb. Schwabacher (17.04.1882–26.03.1942).

Sie starb am 26.03.1942 in Raum Riga.

Weitere Angaben aus den Quellen: Marianne Rein wurde 1911 geboren. Sie verbrachte ihre ersten Lebensjahre in der Kaufmannsfamilie Gustav und Hedwig Rein, geb. Schwabacher, in Genua, Italien, wo ihr Vater eine führende Position als kaufmännischer Direktor hatte. Nach dessen frühem Tod in Lugano im Jahr 1917 kam sie mit ihrer Mutter in deren Heimatstadt Würzburg. Sie besuchte hier die Jüdische Volksschule, danach wohl das Lyzeum Maria Schlimbach in der Bibrastraße 5. [1016] Als junge Frau begann sie zu schreiben - besonders Naturlyrik und Kurzprosa, die teils in der Zeitschrift "Der Morgen" des Jüdische Kulturbunds ( Kulturbund Deutscher Juden) veröffentlicht wurden. Sie führte einen Briefwechsel mit dem Schriftsteller Jacob Picard. Diesem gelang die Auswanderung in die USA, weshalb die 113 Briefe von Marianne Rein an ihn erhalten sind. Emigrationsbemühungen, die sie zusammen mit ihrer Mutter mit dem Ziel USA unternahm, scheiterten. Beide mussten ihre gemeinsame Wohnung räumen und in wechselnde "Judenhäuser" ziehen. Marianne und Hedwig Rein wurden am 27. November 1941 in den Raum Riga in das Außenlager Riga-Jungfernhof deportiert. [1003] Über ihr weiteres Schicksal wusste man bislang wenig. Die ebenfalls von Würzburg nach Riga deportierte Käthe Frieß deutet jedoch in ihren 2017 erschienenen Erinnerungen, die sie nach ihrer Befreiung 1945 im Juni und Juli in Schweden schrieb, an, dass Marianne Rein, die mit ihr befreundet war, am 26. März 1942 zusammen mit ihrer Mutter bei den Massenerschießungen im Wald von Bikernieki ermordet wurde. Käthe Frieß´ Worte legen nahe, dass Marianne ahnte, was auf sie zukam und dennoch freiwillig ihre Mutter begleitete. "Marianne, Du mit deinen schönen Träumen und deiner Klugheit" (Sandow, S. 36), so beschreibt Käte Frieß ihre Freundin Marianne, die mit ihr und der ebenfalls aus Würzburg deportierten Freundin Beate Grünebaum in der Schuhkammer des Außenlagers Jungfernhof arbeitete. Marianne Rein wurde posthum mit der Marianne-Rein-Straße in Würzburg geehrt. [1023] Weitere Quellen: Grimm, Rosa (Hg.), Marianne Dora Rein. Das Werk, Würzburg 2011; dies., Marianne Dora Rein. Das Werk – Supplementband, Würzburg 2012. Raim, Edith, Marianne Rein - eine vergessene jüdische Dichterin aus Würzburg, in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 59 (2007), S. 335–375. Sandow, Christin (Hg.), "Schießen Sie mich nieder!" Käte Frieß´ Aufzeichnungen über KZ und Zwangsarbeit von 1941 bis 1945, Berlin 2017 (Schriften der Gedenkstätte Deutscher Widerstand Reihe B: Quellen und Zeugnisse, Bd. 9).

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.