Hermann David Reiter wurde am 08.01.1927 in Würzburg geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Würzburg, Neuendorf, Riga-Jungfernhof, Raum Riga. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Seine Eltern waren Reiter Leopold (13.02.1888–1941/1942) und Reiter Thekla geb. Schnell (05.02.1899–?08.05.1938).
Er starb am 1941/1942 in Raum Riga.
Weitere Angaben aus den Quellen: Hermann David Reiter wurde 1927 geboren und wuchs mit seinem jüngeren Bruder Heinz in der Weinhändlerfamilie Leopold und Thekla Reiter, geb. Schnell, in Würzburg auf. Er besuchte hier die Jüd. Volks- und Berufsschule als einzige ihm verbliebene Bildungseinrichtung. Nach 1939 wurde die Familie Reiter im Zuge des am 30. April 1939 erlassenen "Gesetz[es] über Mietverhältnisse mit Juden" aus der Familienwohnung Franziskanergasse 12 [1078] vertrieben und in einem "Judenhaus" (Bibrastraße 17) unter beengten Verhältnissen einquartiert. Nach seinem Schulabschluss 1941 machte Hermann, zur Vorbereitung seiner geplanten Emigration im Rahmen der Hachschara, der Vorbereitung von Juden auf die Auswanderung aus Deutschland und ein Leben in Palästina, eine Berufsausbildung zum Gärtner im Jüd. Landwerk Neuendorf im Sande bei Steinhöfel in Brandenburg. Die Ausbildung auf den u.a. landwirtschaftlich orientierten Lehrgütern der Haschara-Bewegung war für viele jüdische Jugendliche nach der Schule die einzige Möglichkeit eine Berufsausbildung zu erhalten, die ihnen durch durch die Gesetze des nationalsozialistischen Regimes verwehrt wurde. Wenige Monate später wurde er, am 27. November 1941, mit seinem Bruder, seinem Vater, der Stiefmutter Gitta Reiter und nahen Verwandten, mit der ersten Deportation von Würzburg ins Ghetto Riga und von dort ins Außenlager Riga-Jungfernhof verschleppt. [1016][1003][1057][1078] In dem Erinnerungsbericht, der ebenfalls aus Würzburg nach Riga deportierten Käthe Frieß, deren Mann Georg der Lehrer der beiden Reiter-Brüder in Würzburg gewesen war, wird auch auf das Schicksal eines der beiden Reiter-Kinder hingewiesen. Frieß, die nach ihrer Befreiung 1945 im Flüchtlingslager Holsbybrunn/Schweden im Juni und Juli 1945 ihren Bericht über ihre Gefangenschaft niederschrieb und der 2017 von Christin Sandow herausgegeben wurde merkt an, dass einer der beiden Reiter-Brüder - es wird nicht klar, um welchen der beiden es sich handelt, doch wahrscheinlich ist der jüngere Heinz gemeint - nachts zur Latrine musste und dabei von einem Wachposten erschossen wurde. Der Junge wurde nachts im Schnee liegen gelassen und verblutete (vgl. Sandow, Christin, S. 31-32). Anmerkung: Zum Erinnerungsbericht von Käthe Frieß, s. Sandow, Christin: "Schießen Sie mich nieder!" Käte Frieß` Aufzeichnungen über KZ und Zwangsarbeit von 1941 bis 1945. Berlin 2017.