Leopold Reiter wurde am 13.02.1888 in Hainsfarth geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Hainsfarth, Kitzingen, Würzburg, Riga-Jungfernhof, Raum Riga. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Seine Eltern waren Reiter David (16.07.1845–21.04.1902) und Reiter Jette geb. Dottenheimer (um 1851–?24.03.1938).
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Reiter Thekla geb. Schnell, die Ehe wurde am 1924 in Würzburg geschlossen.
Er war in 2. Ehe verheiratet mit Reiter Gitta (Gitti) geb. Vorchheimer, die Ehe wurde am 1939 in Würzburg geschlossen.
Seine Kinder waren Reiter Hermann David (08.01.1927–1941/1942) und Reiter Heinz (Heinrich) (17.02.1931–1941/1942).
Er starb am 1941/1942 in Raum Riga.
Weitere Angaben aus den Quellen: Der Weinhändler Leopold Reiter wurde 1888 geboren und wuchs zusammen mit seinem Bruder Heinrich (geb. 1884, Hainsfarth) in der Kaufmannsfamilie David und Jette Reiter, geb. Dottenheimer, in der bayerisch-schwäbischen Gemeinde Hainsfarth auf. Nach seiner Schulzeit in Hainsfarth machte er eine Berufsausbildung zum Weinkaufmann in der unterfränkischen Stadt Kitzingen und arbeitete dann als Handelsvertreter für Weine in verschiedenen Städten. [1016][1066] Während des Ersten Weltkrieges war er zwischen 1915 und 1918 Kriegsteilnehmer an der Westfront. 1924, im Jahr seiner Heirat mit Thekla Schnell, zog er nach Würzburg. Mit ihr bekam er 1927 und 1931 die beiden Söhne Hermann und Heinz. Zunächst war er in Würzburg wieder als Reisender tätig. Ende der 1920er Jahre machte er sich jedoch selbstständig und war Inhaber der Firma "Leopold Reiter" in seinem Wohnhaus in der Franziskanergasse 3. Leopold Reiter versuchte ab 1935 mit seiner Familie nach Palästina zu emigrieren. Im Gegensatz zu seinem Bruder, der im August 1939 mit seiner Ehefrau Regina (geb. 1884, Frankfurt a. M.) über London in die USA emigrieren und seine beiden Kinder Rudolf David (geb. 1913) und Theodor (geb. 1919) schon 1933 nach Palästina in Sicherheit bringen konnte, misslang die geplante Emigration von Leopold Reiter und seiner Familie. Im Novemberpogrom 1938 wurde er festgenommen und bis zum 20. Dezember im KZ Dachau in "Schutzhaft" genommen. Im selben Jahr war auch seine Frau Thekla verstorben. Nach seiner Entlassung aus Dachau wurde ihm Berufsverbot erteilt. 1939 heiratete er seine zweite Frau link(Gitta (Gitti) Vorchheimer#28565). Seit 1939 musste er allerings auch Zwangsarbeit in Würzburg bei einer Baufirma und beim Städtischen Tiefbauamt leisten. Die Vertreibung aus der Familienwohnung in der Franziskanergasse 12 und Einquartierung in einem beengten "Judenhaus" in der Bibrastraße 17 im Rahmen des am 30. April 1939 erlassenen "Gesetzes über Mietverhältnisse mit Juden", nach welchem Wohnraum für nichtjüdische Bürger freigemacht werden konnte, folgten. [1016][1057][1078] Am 27. November 1941 wurde Leopold Reiter mit seiner Frau Gitta, den Kindern und nahen Verwandten von Würzburg ins Außenlager Riga-Jungfernhof deportiert. [1016][1003] Über sein weiteres Schicksal und seine genauen Todesumstände ist nichts näheres bekannt.