Ignaz Isaak Rindskopf (1871 - 1944)

Ignaz Isaak Rindskopf wurde am 27.12.1871 in Grosslangheim geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Großlangheim, Würzburg, Ghetto Theresienstadt. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Rindskopf Jakob (Koppel) (?21.05.1838–1877) und Rindskopf Jeanette geb. Friedlein (17.02.1840–27.09.1926).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Rindskopf Rosa geb. Lehmann, die Ehe wurde am 1901 in Würzburg geschlossen.

Er starb am 12.12.1944 in Theresienstadt.

Weitere Angaben aus den Quellen: Ignaz (Ignatz) Rindskopf stammte aus der Viehhändler- und Landwirtsfamilie Jakob und Jenatte Rindskopf in der unterfränkischen Marktgemeinde Großlangheim, Landkreis Kitzingen. Er kam schon 1878 mit seiner verwitweten Mutter und seinen Brüdern Moritz, Ludwig und Sigmund nach Würzburg. Hier besuchte er die Jüd. Volksschule und absolvierte sechs Klassen Realschule, bis zum Abschluss Mittlere Reife. Danach machte er eine Lehre als Weinhändler. 1892/93 Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger. Ab 1892(?) selbstständig als Weinhändler mit dem Bruder Moritz; Teilhaber, dann Inhaber (nach 1910) der Großhandlung "Gebrüder Rindskopf" in der Reibeltgasse 6 (später Ottostraße 14). Zuletzt führte er auch die Firmen der Brüder ("Moritz Rindskopf" und "Moritz & Ludwig Rindskopf"). 1901 erhielt Ignaz Rindskopf das Bürgerrecht und Heimatrecht der Stadt Würzburg. I. Weltkrieg: 1915/16 Kriegsfreiwilliger als Unteroffizier, ausgezeichnet; 1917 nach Erkrankung aus dem Miltärdienst entlassen. Ehrenamt: Mitglied Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Deutsche Staatspartei, Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten, Gesellschaft Casino (Casinogesellschaft) und andere. Vorstandsmitglied (Kassier) im Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Er gehörte wie sein Bruder Moritz zu den führenden orthodoxen Vertretern (Orthodoxes Judentum) in der Jüd. Gemeinde. Ab Mitte der 1920er Jahre Vorsitzender der orthodoxen Fraktion in der Kultusverwaltung. Im Januar 1931 zum 2.Vorsitzenden der IKG Würzburg (Israelitische Kultusgemeinde) gewählt (1939, nach dem Ausscheiden von Gerson Haas, letzter Vorsitzender?). Ignaz Rindskopf leitete zuletzt auch die Isr. Kranken- und Pfründnerhausstiftung. NS-Regime: Im Novemberpogrom 1938 festgenommen; einwöchige Haft in Würzburg. Januar 1939 Schließung der Firma. Im Juni 1939 einwöchige Haft, weil er wegen der bevorstehenden Abschiebung von polnischen Juden (Polenaktion) mit den Leitern der Gemeinden Frankfurt/M., Berlin und anderen korrespondiert und mit ihnen gegen den Termin (1. Juli) interveniert hatte. Die mit seiner Frau geplante Emigration über England nach linkext(Palästina) wurde durch den Kriegsausbruch verhindert. Ignaz und Rosa Rindskopf kamen im September 1939 in das Altersheim Konradstraße 3 der Isr. Kranken- und Pfründnerhausstiftung Würzburg. Am 23. September 1942 wurde das kinderlose Paar ins Theresienstadt deportiert, wo Iganz Rindskopf Ende 1944 starb. Rosa Rindskopf überlebte das Lager und emigrierte. [1016] Sie widmete ihrem Mann ein Gedenkblatt für die Gedenkstätte Yad Vashem. [1005].

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.