Jenny Sehrbunt geb. Blättner wurde am 28.08.1886 in Mainstockheim geboren und lebte in Mainstockheim, Wiesbaden, Bad Oeynhausen, Frauenlager Naumburg-Elben, Bielefeld.
Ihre Eltern waren Blättner Abraham (06.09.1856–10.02.1925) und Blättner Therese geb. Einstein (19.01.1865–06.08.1943).
Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Sehrbunt Fritz.
Sie starb am 22.09.1956 in Bad Oeynhausen.
Weitere Angaben aus den Quellen: Jenny Sehrbunt (Sehrbundt) wuchs als älteste von drei Töchtern der Weinhändlerfamilie Abraham und Therese Blättner in der unterfränkischen Gemeinde Mainstockheim, Kreis Kitzingen, und der hessischen Stadt Wiesbaden auf. Sie war ab etwa 1910 mit dem nichtjüd. Fabrikanten und -Kaufmann Fritz Sehrbunt in der Kurstadt Bad Oeynhausen, Nordrhein-Westfalen, verheiratet; 1918 wurde ihre Tochter Ruth geboren. NS-Zeit: Am 19.September 1944 wurde sie, im Rahmen der "Mischlingsaktion" in Ostwestfalen, verhaftet und zur Gestapo-Stelle Bielefeld gebracht, von dort mit anderen Frauen aus "privilegierten Mischehen" (Privilegierte Juden in der das nordhessische Zwangsarbeitslager Naumburg-Elben eingewiesen. Nach der Befreiung durch die US-Armee traf sie im April 1945 nach 200 Kilometer Fußmarsch wieder in ihrer Heimatstadt Bad Oeynhausen ein; dort 1956 mit 70 Jahren verstorben. Jenny Sehrbundts Mutter Therese und ihre Schwestern Hedwig und Rosa Blättner kamen im Holocaust ums Leben. [1016] Anmerkung: Von der Verfolgung des Regimes betroffen waren auch Jennys Tochter Ruth und ihr Mann Fritz, der trotz des massiven Drucks zu seiner Familie hielt. Ruth war mit dem 1943 in Auschwitz ermordeten Fred Joseph aus Würzburg verlobt, auch er ein "Halbjude" nach den NS-Rassekriterien. Zur Familie finden sich bewegende Aufzeichnungen in der Familienchronik der Sehrbundts. Aus den Quellen zur Familie: "Liebe Tochter Jenny, ich bin seit einigen Wochen im Krankenhaus. Es geht mir aber bereits wieder viel besser unter der guten Pflege der Ärzte und der Schwester. Karten, Briefe, Päckchen und Pakete kommen täglich hier an und werden gut und rasch zugestellt. Hoffentlich geht es Euch gut. Lasst bald von Euch hören. Sei Du, Dein Mann und Eure Tochter Ruth recht herzlich gegrüsst" (Postkarte der Mutter Therese Blättner vom 29.Juni 1943 aus dem Ghetto Theresienstadt). "Am 19.September 1944 wurde ich von der SA und einem Stadtwachmann verhaftet und unter Polizeieskorte zur Gestapo nach Bielefeld und von da von Letzterer nach dem Judenlager Elben, Bezirk Kassel, transportiert. Nach einem ca. 200 km langen Fußmarsch traf ich nach Befreiung durch die Amerikaner am 21. April 1945 in Bad Oeynhausen wieder ein. Meine Haftzeit ist danach vom 19. September 1944 bis 21. April 1945." "Während ich Sonntag, den 16. September 1956, mit meiner lieben Frau am Arme, geruhsam durch den abendlich schönen Kurpark von Bad Oeynhausen spazieren ging, erlitt sie plötzlich einen schweren Schlaganfall. Am Samstag, dem 22. September 1956, 11.10 Uhr, ist darauf im hiesigen städtischen Krankenhaus meine innigstgeliebte Frau und tapfere Lebenskameradin, meiner einzigen Tochter Ruth Hirz, geb. Sehrbunt, liebe und immer treusorgende Mutter, meines Schwiegersohnes Adolphe Hirz gute Schwiegermutter Jenny Sehrbunt (...) für immer von uns gegangen.".