Karl Simon geb. Kallmann (1873 - 1941)

Karl Simon geb. Kallmann wurde am 04.07.1873 in Eberstadt bei Darmstadt geboren und lebte in Eberstadt (Darmstadt), Würzburg, Los Angeles, London.

Seine Eltern waren Simon Esther geb. Kornsand (um 1850–30.06.1904) und Simon Feist (um 1845–03.01.1903).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Simon Minna geb. Levinger, die Ehe wurde am 1904 in Heidelberg geschlossen.

Seine Kinder waren Roth Emma geb. Simon (07.03.1910) und Simon Fred (Fritz) (15.04.1906–27.04.1988).

Er starb am 03.07.1941, 02.07.1941 in Los Angeles.

Weitere Angaben aus den Quellen: Karl (Kallmann) Simon stammte aus der Familie Feist und Ester Simon in der südhessischen Gemeinde Eberstadt (Darmstadt-Eberstadt). Er hatte eine Höhere Schulbildung; Einjährig-Freiwilliger, kaufmännische Ausbildung. Anfang 1901 zog er von Eberstadt nach Würzburg; er übernahm kurz darauf das kleine Textilwarengeschäft "W. Zapff", das er dann mit seiner Frau Minna, dem Neffen Hermann Dahlerbruch und schließlich seinem Sohn Fritz führte und über Erweiterungen durch Nachbaranwesen zum größten Kaufhaus der Branche in Würzburg ausbaute. (Firma. "W. Zapf" an der Ecke Kaiserstraße 1 zur Juliuspromenade; im Sortiment waren Textil- und Modewaren, auch Teppiche, Gardinen etc.) Die Firma hatte 1937 immer noch rund 130 Angestellte, davon fünf jüd. Karl Simon erhielt 1906 das Bürgerrecht und Heimatrecht der Stadt Würzburg. Er war ab 1907/08 Mitglied in der "Frankenloge" (Bne Briss). Mit seiner Frau förderte er die Wohlfahrtsarbeit der Jüd. Gemeinde und der Stadt Würzburg. Der in der Würzburger Einzelhandelsorganisation aktive Geschäftsmann bezahlte seine Angestellten über Tarif. NS-Zeit: Karl Simon war Mitglied im Jüd. Kulturbund Würzburg. Seine Firma konnte ihren Umsatz auch nach 1933 halten, dank eines festen Kundenstammes in der Beamtenschaft und anderen kaufkräftigen Schichten sowie durch das Ausweichen ins Versandgeschäft (Versandhandel). Die Gestapo-Stelle Würzburg betrieb deshalb ab August 1937 die Schließung wegen "Tarnung einer jüdischen Firma". Die "Arisierung" wurde, nach parteinternen Debatten, wegen der "Überbesetzung des Textilmarkts in Würzburg" abgelehnt - der NS-Stadtrat Würzburg war gegen die Schließung. Karl Simon wurde im Oktober 1937 für einige Tage in Haft genommen, weil er angeblich entgegen den Auflagen die Firma zum Verkauf angeboten hatte. Er emigrierte im Februar 1939 mit seiner Ehefrau, anscheinend zunächst nach London, dann nach Los Angeles, wo sich schon sein Sohn aufhielt. [1016] Überfahrt von Liverpool nach New York im September 1940 auf dem Schiff "Scythia". [1019] Karl Simon verstarb kurz vor seinem 68.Geburtstag in Los Angeles; er wurde wie seine Frau Minna und sein Sohn Fred Simon in Commerce bei Los Angeles beigesetzt.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.