Eugen Stahl (1890 - 1943)

Eugen Stahl wurde am 19.02.1890 in Würzburg geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Würzburg, KZ Auschwitz, KZ Buchenwald. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Stahl Regine geb. Bodenheimer (13.09.1860–14.01.1940) und Stahl Samuel (07.04.1855–16.05.1922).

Er starb am 1943 in KZ Auschwitz.

Weitere Angaben aus den Quellen: Eugen Stahl wuchs mit vier Geschwistern in der Kaufmannsfamilie Samuel und link(Regine Stahl (Bodenheimer)#30880) in Würzburg auf. Er besuchte hier die Volksschule und sieben Klassen eines Humanistischen Gymnasium (Wirsberg-Gymnasium). Danach machte er eine kaufmännische Lehre in der Tuchwarenfirma "link(Klau & Sichel#30419)", von der er, nach kurzer auswärtiger Beschäftigung, übernommen wurde. I. Weltkrieg: Ab August 1914 Kriegsteilnehmer; Leutnant der Reserve, zweimal verwundet, Eisernes Kreuz II. 1919 nahm er im konterrevolutionären Freikorps Würzburg an der Niederschlagung der Münchner Räterepublik teil. Eugen Stahl war nach dem Krieg selbständiger Textilwarenhändler und -agent. Er hatte Grund- und Hausbesitz und unterstützte seine verwitwete Mutter Regine und seine Schwestern Dr. Johanna (Henny) und Jenny Stahl. Ehrenamt: Mitglied Deutsche Demokratische Partei (ab 1923/24), Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten, Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (um 1927), Jüd. Turn- und Sportverein Würzburg. NS-Zeit: Mitglied im Jüd. Kulturbund Würzburg. Im Novemberpogrom 1938 festgenommen; am 6. Dezember aus dem KZ Buchenwald entlassen. Eugen Stahl wollte zu seinem Bruder Dr. Leo Stahl nach Frankreich emigrieren. Ab 1939 war er bei der Jüd. Gemeinde Würzburg beschäftigt; Sachbearbeiter für die Verwaltung der jüd. Heime, personelle und finanzielle Fragen. Im Mai 1941 wurde er bei der Gestapo-Stelle Würzburg denunziert wegen eines Spaziergangs mit einer vermeintlichen "Arierin" (Annemarie Ehrenbacher). Von seiner letzten Unterkunft im Heim Bibrastraße 6 wurde er am 17. Juni 1943 mit seinen Schwestern und der kleinen Restgemeinde mit der letzten Gruppendeportation von Würzburg nach Auschwitz deportiert und ermordet. [1063].

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.