Johanna (Henny), Dr. Stahl wurde am 16.03.1895 in Würzburg geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Würzburg, Frankfurt am Main, KZ Auschwitz. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Ihre Eltern waren Stahl Regine geb. Bodenheimer (13.09.1860–14.01.1940) und Stahl Samuel (07.04.1855–16.05.1922).
Sie starb am 1943 in KZ Auschwitz.
Weitere Angaben aus den Quellen: Johanna Stahl, genannt Henny, wuchs mit vier Geschwistern in der Familie des Textilfabrikanten Samuel Stahl und seiner Frau Regine Bodenheimer in Würzburg auf. Sie besuchte ein privates Mädchengymnasium, die Sophienschule, und studierte nach einigen Semestern Germanistik in Würzburg in Frankfurt am Main Volkswirtschaftslehre. 1921 schloss sie ihr Studium mit der Promotion ab. Nach ihrer Rückkehr nach Würzburg engagierte sie sich in der Frauenbewegung und arbeitete als Journalistin. Sie berichtete aus Würzburg und schrieb Artikel in der Frankfurter Zeitung (wo ihr Bruder Dr. Leo Stahl Redakteur war). Von 1927 bis 1931 redigierte sie die in Würzburg herausgegebene Bayerische Frauenzeitung und engagierte sich politisch für die linksliberale Deutsche Demokratische Partei. 1929 errang sie ein Stellvertretermandat im Wüzburger Stadtrat. NS-Zeit: Ab 1933 verfasste Henny Stahl Artikel für jüdische Zeitungen und arbeitete als Sozial- und Emigrationsberaterin für die Israelitische Kultusgemeinde Würzburg. Wie ihr Bruder Eugen Stahl gehörte sie ab 1939 zum Führungspersonal der schrumpfenden Jüdischen Gemeinde. Emigrationspläne verfolgte sie nach einer Informationsreise zu ihrem Bruder Leo nach Paris (1938) aus Rücksicht auf die von ihr betreuten Gemeindemitglieder nicht weiter. Im Februar 1943 wurde Dr. Henny Stahl nach einem Besuch der katholischen Funktionärin Dr. Gertrud Luckner in Haft genommen. Nach ihrer Entlassung wurde sie am 17. Juni 1943 mit ihrem Bruder Eugen, ihrer Schwester Jenny Stahl und den letzten verbliebenen Mitarbeitern und Gemeindemitgliedern nach Auschwitz deportiert [1063] und kurz darauf ermordet. [1003] Gedenken: Namensgeberin für das "Johanna-Stahl-Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken"; Dr.-Johanna-Stahl-Straße in Würzburg; Stolperstein vor dem Wohnhaus der Familie Stahl in der Konradstraße 9.