Lazarus Stahl wurde am 24.01.1881 in Sommerhausen geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Sommerhausen, Hanau, Würzburg, Ghetto Theresienstadt, KZ Auschwitz, KZ Buchenwald. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Seine Eltern waren Stahl Babette geb. Kahn (18.09.1853–10.03.1908) und Stahl Elias (06.03.1847–12.09.1925).
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Stahl Paula geb. Oestreicher, die Ehe wurde am 1912 in Heidingsfeld geschlossen.
Sein Kind war Schulz-Behrend Betty (Babette) geb. Stahl (01.12.1913–16.05.2001).
Er starb am 1944 in KZ Auschwitz.
Weitere Angaben aus den Quellen: Lazarus Stahl wuchs mit seinen Brüdern Karl, David und Justin in der Kaufmannsfamilie Elias und link(Babette Stahl (Kahn)#30863) in Sommerhausen, Kreis Würzburg, auf. Er besuchte dort die Volksschule, dann vier Klassen einer Realschule in Würzburg. Es folgte eine Lehre in der Eisenhandlung Rosenberg in Hanau. Von 1900 bis 1902 leistete er seinen Militärdienst. Lazarus trat dann in die elterliche Eisenhandlung "E. Stahl" in Sommerhausen ein und arbeitete hier als Buchhalter. 1912 zog er nach Würzburg, wo wohl schon ein Zweiglager der Firma bestand. Ab 1912 war er auch mit Paula Oestreicher aus Treuchtlingen verheiratet; 1913 wurde in Würzburg ihre Tochter Betty Babette geboren. I. Weltkrieg: Wie seine Brüder zeichnete sich Lazarus als Soldat aus. 1914-1918 Kriegsteilnehmer an der Front; Eisernes Kreuz II und andere Auszeichnungen. 1918 erhielt er das Bürgerrecht in Würzburg. 1919 übernahm er mit seinem jüngeren Bruder Justin die Familienfirma Elias Stahl, die 1926 von Sommerhausen nach Würzburg verlegt wurde; später Firma "Gebrüder Stahl" (Eisenwaren, Maschinen, Werkzeuge mit Sitz in der Schweinfurter Straße 9/11). Lazarus Stahl war für die Betriebsführung zuständig. NS-Zeit: Lazarus und Paula Stahl waren Mitglieder im Jüd. Kulturbund Würzburg. Im März 1937 wurde er von einem Kunden wegen angeblicher Verweigerung einer Lieferung bei der Gestapo-Stelle Würzburg angezeigt. Es folgten weitere Denunziationen, schließlich im August 1938 die "Arisierung" des Betriebs, der 1937 noch neun Beschäftigte hatte. Lazarus Stahl wurde im Novemberpogrom 1938 festgenommen; am 6.Dezember aus dem KZ Buchenwald entlassen. Ab 1939 musste er Zwangsarbeit in Würzburg leisten; im März 1942 wurde er als Nachfolger des deportierten Adolf Stern für den Pförtner- und Telefondienst bei der Jüd. Gemeinde freigestellt. Er bemühte sich vergeblich um die Emigration für sich und seine Frau (USA, Portugal, Kuba, 1938-1941); die Tochter konnte 1939 nach London ausreisen. [1016] Lazarus und Paula Stahl wurden am 17.Juni 1943 von ihrer letzten engen Unterkunft im Heim Bibrastraße 6 in einer Gruppe von 20 Menschen nach Theresienstadt deportiert. Am 16.Oktober 1944 wurden beide von dort ins Vernichtungslager Auschwitz transportiert. [1003] Im Holocaust ermordet wurden auch sein Bruder Karl Stahl, ein führender Vertreter der Münchner Juden.