Paula Stahl geb. Oestreicher (1889 - 1944)

Paula Stahl geb. Oestreicher wurde am 22.11.1889 in Treuchtlingen geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Treuchtlingen, Frankfurt am Main, Würzburg, Ghetto Theresienstadt, KZ Auschwitz. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Ihre Eltern waren Oestreicher Bernhard (um 1850–?vor 1930) und Oestreicher Lina geb. Feuchtwanger (23.09.1855–1940).

Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Stahl Lazarus, die Ehe wurde am 1912 in Heidingsfeld geschlossen.

Ihr Kind war Schulz-Behrend Betty (Babette) geb. Stahl (01.12.1913–16.05.2001).

Sie starb am 1944 in KZ Auschwitz.

Weitere Angaben aus den Quellen: Paula Stahl wuchs mit drei Geschwistern in der Kaufmannsfamilie Leonhard und Lina Oestreicher (Feuchtwanger) in der mittelfränkischen Stadt Treuchtlingen auf. Paula besuchte die Volksschule in Treuchtlingen, anschließend ein Mädchenlyzeum in Frankfurt am Main. Bis zu ihrer Heirat arbeitete sie dann in der väterlichen Textilwarenhandlung mit. Ab 1912 war sie mit dem Kaufmann Lazarus Stahl in Würzburg verheiratet; 1913 wurde hier ihre Tochter Betty Babette geboren. I. Weltkrieg: Paula Stahl leistete Kriegshilfsdienst beim Roten Kreuz. Während der Kriegsjahre lebte sie mit ihrer kleinen Tochter bei den Eltern im Treuchtlingen. Nach der Rückkehr ihres Mannes arbeitete Paula wohl in der von ihm und seinem Bruder übernommenen Eisenwarenfirma (Elias Stahl, dann Gebrüder Stahl) mit, wie später auch ihre Tochter. NS-Zeit: Wirtschaftliche und persönliche Verfolgung der Familie. Nach dem Novemberpogrom 1938 setzte sich Paula Stahl für die Entlassung ihres Mannes aus dem KZ Buchenwald ein. Ihre Tochter Betty konnte im Frühjahr 1939 nach London emigrieren. Lazarus und Paula Stahl sowie ihre verwitwete Mutter Lina Oestreicher (1855-1940) blieben in Würzburg zurück; ihr Mann musste Zwangsarbeit leisten, das Paar Zwangsquartiere beziehen. Am 17.Juni 1943 wurden beide von ihrer engen Unterkunft im Heim Bibrastraße 6 mit dem letzten Gruppentransport nach Theresienstadt deportiert; [1062] im Oktober 1944 von dort [1027]ins Vernichtungslager Auschwitz. [1003] Gedenken: Vor dem langjährigen Wohnhaus der Familie in der Franz-Ludwig-Straße 11 wurden Stolpersteine verlegt.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.