Leo Stahl wurde am 01.09.1888 in Würzburg geboren und lebte in Würzburg, Paris, Lager Gurs.
Seine Eltern waren Stahl Regine geb. Bodenheimer (13.09.1860–14.01.1940) und Stahl Samuel (07.04.1855–16.05.1922).
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Stahl Edith geb. Widmer, die Ehe wurde am 1927 in Paris geschlossen.
Er starb am 08.08.1960 in Paris.
Weitere Angaben aus den Quellen: Dr. jur. Leo Stahl war das vierte von sechs Kindern der Würzburger Fabrikantenfamilie Samuel und link(Regine Stahl (Bodenheimer)#30880). Nach dem Gymnasium studierte er an der Julius.Maximilians-Universität Würzburg; Promotion 1916. Mitglied der jüd. Studentenverbindung Salia Würzburg. Leo, der vielleicht einige Zeit in der elterlichen Firma gearbeitet hatte, interessierte sich früh für den Journalismus. Nach einer Zeit als Mitarbeiter für die Breslauer Zeitung und das Stuttgarter Tagebatt trat er schon 1913 in die Redaktion der führenden Frankfurter Zeitung ein. I. Weltkrieg: Kriegsteilnehmer als Unteroffizier; schwere Beinverwundung. Ab Ende 1920 lebte Dr. Stahl als Auslandskorrespondent in Paris, zunächst für die FZ, dann (1926) die Vossischen Zeitung und leitete zugleich die Pariser Redaktion des Ullstein Nachrichtendienstes. Ab 1927 war er mit der Schweizerin Edith Widmer verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos und wurde 1940 geschieden(?). NS-Zeit: Zunehmende Beeinträchtigungen seiner journalistischen Arbeit. Er war zur Existenzsicherung als Export-Kaufmann in Paris tätig. Im Sommer 1939, wurde er nach einer Denunziation festgenommen; nach rund neun Monaten Internierung in einem französischen Militärgefängnis und im Lager Gurs aber wieder entlassen. Er lebte bis Ende 1941 unbehelligt in Paris, flüchtete dann vor der Gestapo über das Dach seines Hauses und verbarg sich drei Jahre unter zehn verschiedenen Namen in Paris und der Provinz im Untergrund. Seit 1944 trat er wieder öffentlich in Erscheinung und hielt Vorträge im Rahmen von Abendveranstaltungen des "Deutschen Kulturkreises". Leos Geschwister Eugen, Dr. Johanna und Jenny Stahl wurden von Würzburg deportiert und ermordet. Nach dem Krieg war Dr. Leo Stahl als Frankreich-Korrespondent der Emigrantenzeitung Aufbau tätig. Er starb 1960 im Alter von 71 Jahren in Paris. In Nachrufen wurde sein kühler Kopf in schwierigsten Zeiten und seine herausragenden analytischen Fähigkeiten gerühmt. Für Kurt Tucholsky galt er schon früher als "vorbildlich anständiger Kollege". Leo Stahl stand in brieflicher Verbindung mit prominenten Zeitgenossen, wie aus seinem Nachlass hervorgeht. Zahlreiche Veröffentlichungen von ihm sind im Katalog Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet. Weitere Quellen: Frank Julius u. a. (Hrsg.), Geschichte und Schicksale 1924-1949, [o. O. 1949, Typoskript], S. 22f.; Salia (Hrsg.), Festgabe zur Feier des 80. Stiftungsfestes, 1884-1964, S. 4-6, H, L.