Herbert Arthur Strauss (1918 - 2005)

Herbert Arthur Strauss wurde am 01.06.1918 in Würzburg geboren und lebte in Würzburg, Berlin, Schweiz, New York.

Seine Eltern waren Strauß Benno (20.07.1876–1942) und Strauss Magdalena geb. Hinterneder (06.01.1890–06.12.1981).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Strauss Lotte geb. Schloß, die Ehe wurde am 1944 geschlossen.

Sein Kind war Jones Jane H. geb. Strauss (1946).

Er starb am 11.03.2005 in New York.

Weitere Angaben aus den Quellen: Prof. Dr. Herbert A(rthur) Strauss wuchs mit seinen Geschwistern Walter und Edith (Nisanov) in der Kaufmannsfamilie Benno und link(Magdalene Strauß (Hinterneder)#31568) in Würzburg auf. Er besuchte hier die Jüd. Volksschule und das Neue Gymnasium. NS-Zeit: 1935 vom Gymnasium ausgeschlossen machte er eine kaufmännische Lehre in der Eisenwarenfirma "link(Reis & Co.#28533)". Ab 1936 studierte er an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. Mitglied, Führer im Jüd. Jugendbund Würzburg; ab 1936 Mitglied im Führerheim Berlin (Beth Hamadrichim) des Hechaluz. 1936-1938 nationaler Leiter des zionistischen Brith Jehudim Zeirim im Verband der Jüd. Jugendvereine Deutschlands. 1940-1942 Hilfsrabbiner bei der jüd. Gemeinde Berlin; 1941/42 Examen als Rabbiner und akademischer Religionslehrer. März 1942 Abitur. Januar bis Oktober 1942 Zwangsarbeit als Straßenkehrer. Herbert Strauss ging im Oktober 1942, vor der drohenden Deportation, in den Untergrund. Wiederholte Flucht vor der Gestapo mit seiner späteren Ehefrau Lotte Schloß; Kontakte zum sozialistischen, kommunistischem und liberalen Widerstand. Er schlug sich im Juni 1943 mit gefälschten Papieren zur Schweizer Grenze durch, wo ihm die Flucht gelang. Nach der Entlassung aus einem Internierungslager Geschichtsstudium an der Universität Bern, unterstützt von einem Studentenhilfsprogramm (1946 Promotion summa cum laude). Gleichzeitig ab 1944 Delegierter in jüd. und allgemeinen Flüchtlingsorganisationen. Er emigrierte 1946 mit seiner Frau nach New York. Forschungsaufträge, Arbeit als Religionslehrer; Aufbaustudium an der Columbia University und der New School for Social Research, New York. 1948-1954 Lektor am City College New York; 1954-1960 Assistant, Associate Prof. an der Juillard School New York. Ab 1960 Fakultätsmitglied City College New York; ab 1967 Leiter der historischen Abteilung der School of General Studies; 1971 ordentlicher Professor. Wiederholte Forschungsaufenthalte in West- und Ostdeutschland. Ehrenamt: Aktivitäten, Führungsfunktionen in jüd., besonders deutsch-jüd. Verbänden, so im Council of Jews from Germany (Präsidium). Ab 1964 geschäftsführender Leiter, Vizepräsident der American Federation of Jews from Central Europe. Ab 1972 Gründer, Sekretär, Forschungskoordinator der Research Foundation for Jewish Immigration, New York. Ab 1979 Sektionsberater, korrespondierendes Mitglied der Historischen Kommission zu Berlin. Ab 1980 war er Berater, Leiter (1982) des neugegründeten Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin. Spezialist für die jüd. Emigration/Immigration und die jüd. Emanzipationsphase in Deutschland. 1990 emeritiert; Ehrenmitglied der TU Berlin. Prof. Strauss wendete sich gegen eine isolierende Betrachtung der jüd. Geschichte und betonte die prägenden Umwelteinflüsse (Akkulturation). Nebenberuflich engagiert in Programmen zur Gleichberechtigung von jüd. und anderen Minderheiten, so in der National Association of Colored People. Miglied in Fachverbänden, jüd. und allgemeinen Wohlfahrtsorganisationen. Fachliche Auszeichnungen, so Leadership Award City College, Stipendien. [1016] Im Ruhestand verfasste er mit seiner Frau Lotte autobiographische Erinnerungen an ihr Überleben in Nazi-Deutschland. Prof. Herbert A. Strauss verstarb 2005 mit 86 Jahren in New York.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.