Benno Strauß (1876 - 1942)

Benno Strauß wurde am 20.07.1876 in Heilbronn geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Heilbronn, Würzburg, Berlin, unbekannt (Holocaust), Straßburg, Paris, London, Frankfurt am Main, Radinkendorf, Ghetto Warschau. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Strauß Dina Ernestine geb. Uhlfelder (15.11.1842–26.02.1922) und Strauß Leopold (26.07.1826–01.04.1898).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Strauss Magdalena geb. Hinterneder, die Ehe wurde am 1920 in Würzburg geschlossen.

Seine Kinder waren Strauss Herbert Arthur (01.06.1918–11.03.2005), Nisanov Edith geb. Strauß (05.06.1922–29.04.1992) und Strauß Walter Benno (12.02.1916–23.12.1927).

Er starb am 1942 in unbekannt (Holocaust).

Weitere Angaben aus den Quellen: Benno Strauß wuchs mit zahlreichen Geschwistern und Stiefgeschwistern in der Kaufmannsfamilie Leopold Strauß in Heilbronn und Würzburg auf; seine Mutter link(Dina Ernestine (Uhlfelder)#31532) stammte aus Reichenberg bei Würzburg. Nach der Volksschule und vier Klasssen an der Oberrealschule in Würzburg machte Benno eine Berufsausbildung bei den Würzburger Firmen "Steuermann & Wimmelbacher" (Textilwaren) und "Heim" (Eisenwaren). Ab 1894 folgten Aufenthalte in Straßburg, Paris und London. 1897 Rückkehr wegen der Erkrankung des Vaters; dann verschiedene Stellen im Inland. Benno Strauß war ab 1902 Teilhaber der Firma "Kassewitz & Co." (Werkzeugmaschinen) in Frankfurt; um 1925 ausgeschieden. I. Weltkrieg: 1915/1916 Kriegsdienst, -teilnehmer in Würzburg und Elsass-Lothringen; 1916 beurlaubt als Aufkäufer für Werkzeugmaschinen im Ausland. Er ließ sich dann in Würzburg nieder. Ehemann von Magdalene Hinterneder aus München; Vater von Walter Benno (*1916), Herbert Arthur (*1918) und link(Edith (Nisanov)#27734) (*1922). Um 1925 gründete er eine Werkzugmaschinenhandlung in der Martin-Luther-Straße 19. Nach der Liquidation der Firma (1931) Vertreter für Zeitschriften und Waschmittel, Versicherungsagent. Vor dem Krieg war Benno Sympathisant der Nationalliberalen, danach Anhänger, Mitglied (1928?) der SPD; 1930 wegen deren Zustimmung zum Schächtverbot in Bayern ausgetreten. NS-Zeit: Er wurde ab 1935 von der Jüd. Winterhilfe unterstützt. Kassier für die Kultusgemeinde Würzburg. Ende Oktober 1938 von einer Hausbewohnerin (Frau eines NS-Funktionärs) bei der Gestapo-Stelle Würzburg angezeigt; "Schutzhaft" (4.November) wegen "frechen und aufreizenden Benehmens") bis zum 7.Januar 1939.Scheiternde Emigrationspläne (Bolivien, Shanghai). Zwangsarbeit in Würzburg ; November 1939 erneute Festnahme. Ab Juli 1940 Zwangsaufenthalt, -arbeit im Jüd. Arbeitsheim Radinkendorf, Brandenburg. März 1942 erneuerter Schutzhaftbefehl; er sollte in das KZ Sachsenhausen eingewiesen werden. Benno Strauß wurde von der Gestapo Potsdam festgenommen und am 14.April 1942 von Berlin (Synagoge Levetzowstraße) ins Ghetto Warschau deportiert; von dort sandte er im Mai 1942 eine letzte Nachricht an seine Frau. Nach dem Krieg Todeserklärung durch das Amtsgericht Würzburg (zum 31.Dezember 1942); Verurteilung des für seine Verhaftung verantwortlichen Gestapobeamten zu einer Gefängnisstrafe. [1016] Gedenken: Vor dem Wohnhaus Untere Johannitergasse 5 wurde 2016 ein Stolperstein verlegt.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.