Karoline Tannenwald geb. Müller wurde am 19.03.1863 in Würzburg geboren und lebte in Würzburg, Brückenau.
Ihre Eltern waren Müller Adolph, Dr. (15.03.1838–26.06.1896) und Müller Klara geb. Müller (um 1840–um 1870).
Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Tannenwald Julius, die Ehe wurde am 09.10.1888 in Würzburg geschlossen.
Ihre Kinder waren Tannenwald Klara (03.05.1891–1942) und Tannenwald Lothar (08.10.1894–1942).
Sie starb am 20.03.1943 in Würzburg.
Weitere Angaben aus den Quellen: Karoline (auch Karolina) Müller kam am 19. März 1863 als eines von zwölf Kindern des Adolf Müller zur Welt. Ihre Mutter war Klara Müller, geb. Müller. Sie starb, als Karoline und ihre Geschwister noch Kinder waren. Etwas später heiratete Adolf Müller Bertha Lebrecht aus Schweinfurt. Die sechs Geschwister Karolines hießen Eugen, Hugo, Ludwig, Gustav, Luzia und Justin, die fünf Halbgeschwister waren Camilla, Clothilde, Otto, Richard und Max. Karoline war mit Julius Tannenwald verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder, Klara (Jg. 1891) und Lothar (Jg. 1894), beide in Bad Brückenau geboren. Nachdem ihr Mann 1925 verstorben war, führte Karoline den Familienbetrieb "S. Tannenwald und Söhne", ein Bank- und Textilwarengeschäft, fort. Noch am 20. Juli 1938 wurde sie von der Stadt Bad Brückenau als Inhaberin des jüdischen Gewerbebetriebs registriert. Diese Statistik war jedoch nur erhoben worden, um das Geschäft anschließend zu liquidieren, was noch 1938 erfolgte. Dabei war "S. Tannenwald und Söhne" das letzte Bankgeschäft nach "H. Aufhäuser" (München), "Hans Friedmann und Co." (München), "Simon R. Henriques" (Hamburg) und "Siegfried Simon" (Köln), das im Deutschen Reich liquidiert wurde. Hintergrund war jedoch kein renitentes Verhalten der Inhaberin, sondern die Tatsache, dass sich der Geschäftsleiter Ende Dezember 1938 noch immer in Schutzhaft befand und die Liquidation nicht vorbereiten konnte. Ob es sich hierbei um Lothar Tannenwald handelte, ist nicht bekannt. Am 17. August 1942 kam Karoline Tannenwald in das israelitische Kranken- und Pfründnerhaus in der Dürerstraße 20 in Würzburg. Wegen ihres Gesundheitszustandes waren ihre Kinder nicht aus Deutschland emigriert, sie hätten die inzwischen 79-Jährige nicht mehr transportieren können. Eine Vermutung legt nahe, dass Karolina Tannenwald im August 1942 nicht freiwillig nach Würzburg umgezogen war. Doch die Konzentration der Jüdinnen und Juden aus Unterfranken in sogenannten "Judenhäusern", wie es die Dürerstraße 20 war, hatte System. Eigentlich sollte Karoline Tannenwald wohl nach Theresienstadt deportiert werden, doch dafür war sie zu schwach. Sie starb, einen Tag nach ihrem 80. Geburtstag, am 20. März 1943 an ihrem letzten Wohnsitz in der Bibrastraße 6 in Würzburg. Wo Karoline Tannenwald beerdigt wurde, ist nicht bekannt. Nahe lägen Würzburg oder Bad Brückenau, beides kann jedoch von amtlicher Seite nicht bestätigt werden. Am 4. Juli 2019 wurde in Bad Brückenau ein Stolperstein für sie verlegt. Der 2008 in Rimpar ebenfalls für sie verlegte Stolperstein gibt fälschlicher Weise an, sie sei in den Osten deportiert und dort ermordet worden. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auskunft Bundesarchiv, Berlin; Auskunft ITS Bad Arolsen; Auskunft Reiner Strätz; Köhler, Ingo, Die "Arisierung" der Privatbanken im Dritten Reich, München 2008, S. 593; RGVA (= Staatliches Militärarchiv der Russischen Föderation), 1458-1-454, Brief der Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe an das Reichswirtschaftsministerium vom 15.12.1938, Bl. 43-49; Schultheis, Herbert, Juden in Mainfranken 1933-1945, Bad Neustadt 1980, S. 723; Staatsarchiv Würzburg, Jüdisches Standesregister 159 (Würzburg); Stadtarchiv Bad Brückenau, Meldekarte Julius Tannenwald; Stadtarchiv Würzburg, Grundliste Dürerstraße 20, Buchstabe T.