Ruth Weinberger geb. Jacobsohn wurde am 17.02.1900 in Lüneburg geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Lüneburg, Würzburg, KZ Auschwitz. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Ihre Eltern waren Jacobsohn Moritz Mendel (01.12.1845) und Jacobsohn Betty geb. Heinemann.
Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Weinberger Karl, die Ehe wurde am 1923 geschlossen.
Ihre Kinder waren Hickman Hannah Gertrud, Hannah(Hanna) Gertrud geb. Weinberger (03.02.1928–02.04.2005), Weinberger Elisabeth, Elisabeth Maria (14.02.1936–30.06.1943) und Weinberger Michael (15.09.1931–30.06.1943).
Sie starb am 30.06.1943 in KZ Auschwitz.
Weitere Angaben aus den Quellen: Ruth Weinberger wurde 1900 in der kinderreichen Familie Moritz (1845-1932) und Betty Jacobsohn (Heinemann;1859-1934) in Lüneburg geboren. 1920 hatte Ruth Jacobsohn als erstes Mädchen das Abitur am Johanneum Lüneburg gemacht und danach an den Universitäten Hamburg, München und Marburg studiert; einen akademischen Abschluss erwarb sie nicht. Ruth war musikalisch sehr begabt, eine hervorragende Pianistin und Violinistin. 1923 heiratete Ruth Jacobsohn den in Bayreuth geborenen Karl Weinberger, der zu dem Zeitpunkt in Berlin als Jurist im Staatsdienst tätig war. Karl Weinberger wurde von Berlin zunächst nach Hof versetzt. Dort kam die älteste Tochter Hannah (1928-2005) zur Welt. Als Ruths Mann dann 1929 an die Staatsanwaltschaft Würzburg kam, wohnte die Familie zunächst in der Wittelsbacher Straße 7, später in der Keesburgstraße 20. 1931 kam der Sohn Michael zur Welt, 1936 das dritte Kindes Elisabeth Maria ("Lies"). Die Familie gehörte zum gehobenen Bürgertum der Stadt und hatte viele Freunde und Bekannte auch außerhalb der jüd. Gemeinschaft. NS-Zeit: Die Familie wurde zum Jahresende 1935 vom Berufsverbot ihres Mannes betroffen und hatte unter den Ausschreitungen im Novemberpogrom 1938 zu leiden. Die Emigrationspläne zerschlugen sich; nur die ältestes Tochter Hannah (Hickman) konnte mit einem Kindertransport nach England gerettet werden. Karl Weinberger verstarb Ende 1941 in Würzburg. Ruth Weinberger, die ab 1940 als Krankenschwester für die Jüd. Gemeinde gearbeitet hatte, und ihre Kinder Michael und Elisabeth wurden am 17.Juni 1943 mit dem letzten größeren Transport von Würzburg nach Auschwitz deportiert [1063] und bald darauf ermordet. Gedenken: Vor dem Wohnhaus der Familie Weinberger an der Keesburgstraße 20 und vor Ruths Elternhaus in Lüneburg wurden Stolpersteine verlegt.