Rudolph Moritz Lichtenstein (1896 - 1942)

Rudolph Moritz Lichtenstein wurde am 16.12.1896 in Aschaffenburg geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Aschaffenburg, Würzburg, Krasniczyn, Raum Lublin. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Lichtenstein Max (10.08.1858–14.07.1925) und Lichtenstein Sarah geb. Katz (20.10.1865–27.11.1933).

Er starb am 1942 in Raum Lublin.

Weitere Angaben aus den Quellen: Rudolf Lichtenstein entstammte der Ehe des Frucht-, Getreide- und Holzhändlers Max Lichtenstein mit Sarah, geb. Katz. [1071] Er hatte einen ein Jahr älteren Bruder, Berthold. Rudolf Lichtenstein war in der Fassholzfabrik Goldbach als kaufmännischer Angestellter beschäftigt. Er kämpfte 1916 im 1. Weltkrieg in der 1. Kompanie des 2. Reserve-Jägerbataillons in der Schlacht um Verdun/Frankreich. Während der Kämpfe wurde er am Bahndamm von Flersey verwundet und verlor seinen linken Unterschenkel und kehrte schwerkriegsbeschädigt zurück. Aufgrund der Verletzung erhielt er nach dem Reichsversorgungsgesetz eine 80%ige Rente. Am 31. Januar 1935 wurde ihm durch den Stadtrat von Aschaffenburg das Ehrenkreuz für Frontkämpfer verliehen. Er war außerdem Träger von 2 Verwundetenabzeichen 3. Klasse in Schwarz. [1046] Er war zusammen mit seinem Bruder Berthold Lichtenstein Eigentümer des Hauses Aschaffenburg, Webergasse 2 (alte Hausnr. Lit. B 43) von 1934 bis 1942. Beide waren Söhne des Max Lichtenstein. [1042] Rudolf Lichtenstein, sein Bruder Berthold und dessen Ehefrau Mathilde wurden am 25. April 1942 über Würzburg in das Ghetto Krasniczyn deportiert. [1056] Die Überlebenden des Ghettos Krasniczyn wurden am 6. Juni 1942 in das Vernichtungslager Sobibor gebracht. Dort wurden nach Schätzungen – alle verwertbaren Unterlagen sind von den Nazis vollständig vernichtet worden – zwischen 150.000 und 250.000 Menschen ermordet. Rudolf Lichtenstein, sein Bruder und dessen Ehefrau sind in der Liste von Überlebenden des Vernichtungslagers Sobibor nicht aufgeführt. Sie wurden für tot erklärt.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.