Nathan Liebster (1887 - 1942)

Nathan Liebster wurde am 06.03.1887 in Oswiecim geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Oswiecim, Aschaffenburg, Dieburg, Würzburg, Krasniczyn, Raum Lublin. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Liebster Rachel (etwa 1867–vor 1919).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Liebster Esther geb. Rosner, die Ehe wurde am 29.04.1919 in Aschaffenburg geschlossen.

Seine Kinder waren Liebster Ilse (09.10.1924), Liebster Max (17.04.1928–1955), Liebster Johanna (20.11.1921–1942) und Keilmann Recha, Recha, Rae, Rae geb. Liebster (28.02.1920).

Er starb am 1942 in Raum Lublin.

Weitere Angaben aus den Quellen: Nathan Liebster wurde im polnischen Ort Oswiecim geboren und verbrachte dort seine ersten Lebensjahre. 1906 kam er erstmals nach Aschaffenburg und ging 1911 mit 14 Jahren vermutlich zur Schuhmacherausbildung nach Dieburg. 1919 zurück in Aschaffenburg, heiratete er die ebenfalls in Oswiecim geborene Esther, Tochter des in Aschaffenburg ansässigen Schuhmacherehepaars Jakob und Leni Rosner.Trauzeugen waren der Weinwirt Anton Kreher, 43 J., Aschaffenburg,Dalbergstr. 34, und der Polizeisergeant Franz Roos, 38 J., Aschaffenburg,Sandgasse 19. [1073] Aus der Ehe gingen die Kinder Recha, Johanna, Ilse und Max hervor. Die Schuhmacherwerkstatt von Nathan Liebster war beliebte Ausbildungsstätte. Vom 7.2.1937 bis 1.3.1937 waren Siegfried Kahn aus Mittelsinn, von Oktober 1937 bis April 1938 Siegfried Neustädter aus Bad Kissingen und von November 1937 bis Dezember 1938 Hubert Kahn aus Walldürn Lehrlinge. Von November 1939 bis März 1940 wohnte der Schüler Lothar Haas aus Oberlauringen bei der Familie Nathan Liebster. Bei der Heirat seiner Schwester Mindel gen. Mina im April 1933 mit dem Berliner Kaufmann Seinwel Wiederspiel war Nathan Liebster Trauzeuge. Vermutlich nach der erzwungenen Aufgabe seines eigenen Betriebes war Nathan mit seiner Tochter Johanna Anfang 1942 bei dem Aschaffenburger Schuhmachermeister Friedrich Keilberg beschäftigt [1090]. Ende März 1942 erhielt die Familie Liebster über die jüdische Kultusvereinigung den Hinweis, dass sie in den nächsten Tage "evakuiert" werden sollten. Auf Bitten des Schuhmachermeisters Keilberg schilderte das Arbeitsamt Aschaffenburg gegenüber der Stapo Außendienststelle Würzburg die Mangelsituation bei Schuhreparaturen in Aschaffenburg und bat eindringlich, von einer "Evakuierung" abzusehen. Die Stapo lehnte das Gesuch `fernmündlich` gegenüber dem Arbeitsamt ab [1090]. Wenige Wochen später wurde Nathan mit seiner Ehefrau Esther und seiner Tochter Johanna nach Krasniczyn deportiert [1056]. Sie sind im Holocaust umgekommen. Die Tochter Recha konnte 1937 nach New York ausreisen, die Tochter Ilse mit ihrem Bruder Max konnten 1940 ebenfalls nach New York emigrieren. 1921 war Nathan L. Trauzeuge von Ludwig Löwenthal und Beate Wolff und 1922 von Elias Brand und Feiga Hauser.[1073].

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.