Sitti (Sidy) Löwenthal geb. Meier (1909)

Sitti (Sidy) Löwenthal geb. Meier wurde am 30.09.1909 in Kirchgöns geboren und lebte in Aschaffenburg, Kirch-Göns, Hösbach, Detroit.

Ihre Eltern waren Löwenthal Samson (08.09.1868) und Meier Jenny geb. Siegel (15.12.1884–unbekannt).

Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Löwenthal Siegmund, Sigmund, Sigmund, die Ehe wurde am 29.04.1933 in Kirch-Göns geschlossen.

Ihr Kind war Löwenthal Marion (31.05.1937).

Weitere Angaben aus den Quellen: Sitti (Sidy) Meier wurde am 30.9.1909 in Kirchgöns geboren. Nach der Heirat mit Sigmund Löwenthal wohnten sie in Hösbach im Elternhaus des Ehemannes. Im Mai 1938 hatten sich beide wegen Verstoßes gegen die Nationalsozialistischen Rassegesetze vor dem Landgericht Aschaffenburg zu verantworten. Sie hatten es zugelassen, dass zwei „arische“ Mädchen aus der Nachbarschaft ihre Tochter Marion regelmäßig mit dem Kinderwagen spazieren gefahren und kleinere Dienste für die jüdische Familie erledigt hatten. Ihrem Anwalt gelang es, in Revision zu gehen, weil der Ariernachweis der beiden Mädchen nicht erfolgt war [1156]. Am 21.10.1938 zogen Sigmund und Sitti mit ihrer Tochter Marion nach Aschaffenburg [1156]. In der Revisionsverhandlung des oben genannten Verfahrens wurden Sigmund und Sitti zu einer 5-wöchigen Gefängnisstrafe und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt [1156]. Gut einen Monat nach Ablauf der Gefängnisstrafe, die sie unmittelbar nach der Urteilsverkündung angetreten hatten, wanderten Sigmund und Sitti mit ihrer Tochter Marion mit einem zuvor beim Norddeutschen Lloyd gebuchten Schiffsplatz am 16.2.1939 nach Detroit/USA aus [1156]. Am 31.1.1940 wurden Sigmund, Sitti und Marion Löwenthal `der deutschen Staatsbürgerschaft für verlustig erklärt` [1103]. In den USA kamen 1943 die Tochter Doris und 1945 eine weitere Tochter dazu. In der Hösbacher Ortschronik erwähnt Hans Fleckenstein den Besuch Sigmunds und Sittis in Hösbach im Jahre 1980 und berichtet von einem eindrucksvollen Wiedersehen. Im Gemeindearchiv Hösbach sind in vertrauten und herzlichem Ton abgefasste Briefe an ihre Nachbarinnen und Freundinnen in Hösbach erhalten (sh. Anhang).

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.