Jettchen Levi, Levy, Levi, Levy geb. Ring wurde am 18.04.1883 in Untererthal geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Untererthal, Krasniczyn, Raum Lublin. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Levi Max.
Ihr Kind war Levi Gretel (23.02.1920–1942).
Sie starb am 1942, unbekannt in Raum Lublin.
Weitere Angaben aus den Quellen: Jettchen Levi war verheiratet mit Max Levi und hatte 8 Kinder. Sie wurde am 25.4.1942 von Würzburg aus nach Krasnystaw deportiert und im Raum Lublin ermordet. Am 12. Februar 1940 gab Jettchen Levi der Gestapo Würzburg folgenden Lebenslauf zu Protokoll: „Wie bereits schon angegeben, bin ich in Untererthal geboren. Dort besuchte ich auch 7 Klassen Volks- und 3 Klassen Fortbildungsschule. Meine Eltern betrieben eine Landwirtschaft, während mein Vater den Viehhandel nebenbei ausübte. Mit meinem 14. Lebensjahr ging ich als Hausgehilfin in Stellung nach Würzburg, Frankfurt und Fürth. 1906 habe ich den Schuhmacher Max Levi geheiratet. Meine Eltern hatten damals auch einen kleinen Schuhhandel. Wir waren im elterlichen Anwesen und bewirtschafteten dieses gemeinsam. Aus unserer Ehe sind 8 Kinder hervorgegangen, wovon 2 bereits verstorben sind. Während vier Kinder ausgewandert sind, befinden sich 2 weitere noch in Deutschland und bereiten ihre Auswanderung vor. Bis zum Jahr 1917 führte mein Mann bzw. ich das Schuhgeschäft weiter. Mein Mann half in der Landwirtschaft mit und ich beschäftigte mich mit dem Handel von Lebensmitteln. Ich hatte damals meinen Wandergewerbeschein und übte die Tätigkeit bis zum Jahre 1938 aus. Nach diesem Zeitpunkt wurden die Juden vom Handel allgemein ausgeschlossen. Heute übe weder ich noch mein Mann irgendeinen Nebenberuf aus. Wir leben beide noch mit unserer 80-jährigen Mutter zusammen und leben von Pachterträgen unserer Grundstücke. Das Anwesen ist bereits verkauft und es wurde ein Einheitswert von 4700 RM festgesetzt. Bei diesem Ertrag sind auch die Grundstücke und sonstiges Inventar mit eingeschlossen. Zur Zeit werden wir unterstützt vom jüdischen Hilfsverein in Würzburg. Ich beabsichtige mit meinem Mann in nächster Zeit auszuwandern. Meine Mutter soll dann in Würzburg vom jüd. Hilfsverein untergebracht werden. Irgendwelche Auswanderungspapiere haben wir allerdings noch nicht in den Händen. Anlässlich der Judenaktion im November 1938 befand ich mich einen Tag in Schutzhaft. Im Oktober 1939 sollte ich eine Verwarnung unterschreiben, weil ich staatsabträgliche Äußerungen gebraucht haben soll. Da ich mir aber keiner Schuld bewusst war und auch heute nicht weiß, was ich gesagt haben soll, habe ich die Verwarnung nicht unterschrieben. Hierauf wurde ich durch die Gendarmerie festgenommen und in das Amtsgerichtsgefängnis Hammelburg eingeliefert. Ich befand mich dann vom 4. mit 12.10.39 in Polizeihaft." - Die Vernehmung musste abgebrochen werden, da Levi einen Schwächeanfall erlitt, der ihre Verbringung ins jüdische Krankenhaus erforderlich machte. weitere Quelle: Opferbiographie zum Erinnerungsgang 2011, von Petra Kaup-Clement; Herbert Schultheiss, Juden in Mainfranken 1933-1945, S. 272f.