Anna Liebmann geb. Kaufmann wurde am 27.05.1885 in Lauchheim geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Lauchheim, Bad Kissingen, Krasniczyn, Raum Lublin, Steinach a. d. Saale. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Liebmann Daniel, die Ehe wurde am 1907 in Heidingsfeld geschlossen.
Sie starb am 1942 in Raum Lublin.
Weitere Angaben aus den Quellen: Anna Liebmann wurde am 27. Mai 1885 als Tochter des Viehhändlers David Kaufmann und seiner Ehefrau Auguste Ascher in Lauchheim geboren. Im Jahr 1907 heiratete sie in Heidingsfeld bei Würzburg den Kaufmann Daniel Liebmann und zog mit ihm in dessen Geburtsort Steinach an der Saale. Ein Jahr später wurde dort Tochter Erna geboren, die schon im Alter von 16 Jahren verstarb. Als der Ehemann 1913 mit seinem Bruder Louis in Bad Kissingen ein Textilgeschäft eröffnete, zog die Familie um. Im März 1921 kam Sohn Arno auf die Welt. Anna Liebmann kümmerte sich um den Haushalt und die Kinder und half sicherlich auch im Geschäft mit, das sie nach der Verhaftung ihres Ehemannes und Schwagers im Dezember 1934 zusammen mit ihrer Schwägerin einige Zeit allein führen musste. Auch massive Drohungen und Einschüchterungsversuche seitens der Polizei und Gestapo sowie örtlicher Parteifunktionäre konnten sie nicht davon abbringen, das Geschäft weiterhin zu öffnen. Im Jahr 1939 musste Anna Liebmann von ihrem inzwischen 18-jährigen Sohn Arno Abschied nehmen, dem die Ausreise in die USA gelang. Auch Anna und Daniel Liebmann hatten sich bereits im August 1938 um ein Einreisevisum für die USA bemüht, konnten aber die dafür notwendigen Bürgen nicht finden. Im April 1941 schrieb Anna Liebmann ihrem Sohn in die USA, dass das jahrelange Warten auf das Visum und die Enttäuschung über die mangelnde Hilfsbereitschaft der in den USA lebenden Verwandten an ihren Kräften zehre. Über das Rote Kreuz konnte Anna Liebmann in der Folgezeit ihrem Sohn noch einige Lebenszeichen schicken. Nur wenige Tage vor der Deportation schrieb sie in ihrem letzten Brief: "... Hoffentlich ist es Dir mein lieber Arno ... gut ergangen... Solltest du, lieber Arno, nichts von uns hören, so erfrage, ob wir noch leben, so ... man hört, kommen wir in die Nähe von Lublin in Polen, sei umarmt und innig geküsst von Deinen getreuen Eltern." Am 24. April wurden Anna und Daniel Liebmann nach Würzburg gebracht, einen Tag später von dort nach Krasniczyn bei Lublin deportiert. Sie wurden ermordet. Quelle: Seite "Wir wollen uns erinnern", dort angegeben: Evelyn Bartetzko, Stadtarchiv und Kulturreferat Bad Kissingen.