Marianne Kahnlein geb. Wildberg (1877 - 1942)

Marianne Kahnlein geb. Wildberg wurde am 03.08.1877 in Kleinbardorf (Sulzfeld) geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Kleinbardorf, Oberelsbach, Würzburg, Krasniczyn, Raum Lublin, Reyersbach. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Kahnlein Moritz.

Sie starb am 1942 in Raum Lublin.

Weitere Angaben aus den Quellen: Marianne Kahnlein war die Tochter eines Kaufmanns aus Kleinbardorf. Nach der Hochzeit im April 1907 zog Marianne zu ihrem Mann Moses, später Moritz genannt, nach Reyersbach. Mit ihm hatte sie die Söhne Albert und Sigfried. Bis zum Jahre 1907 war ihr Mann Viehhändler und Metzger im elterlichen Geschäft, danach selbständiger Viehhändler. Ungefähr 1930 übernahm er in Oberelsbach die Eisenwarenhandlung des gebürtigen Weisbachers Markus Lichtstern. Im Jahre 1937 wurde Juden der Viehhandel verboten. Zum 1. Januar 1938 musste er deshalb die Viehhandlung und zum 1. Dezember 1938 die Eisenwarenhandlung abmelden, denn mittlerweile war auch verfügt, dass zum 31. Dezember 1938 alle Gewerbebetriebe abgemeldet sein mussten. Beim Pogrom, am 10. November 1938 zwischen 3.00 und 3.30 Uhr früh am Morgen, wurden die Schaufensterscheiben eingeschlagen und im Innern des Hauses die Gegenstände beschädigt, teilweise auch zerstört. Die Täter kamen aus Ostheim v. d. Rhön und die Häuser der jüdischen Bewohner wurden von zwei ortsansässigen Bürgern gezeigt. Mariannes Mann wurde zusammen mit dem Sohn Albert und zwei weiteren Oberelsbacher Bürgern in Schutzhaft genommen und bis 19. November 1938 eingesperrt. Albert jedoch wurde am 24. November 1938 ins KZ Dachau eingewiesen und erst am 7. Januar 1939 wieder entlassen. Der Vater bat das Bezirksamt Bad Neustadt um die Freilassung von Albert Kahnlein aus der Schutzhaft, da dieser das Ausreisevisum des Sohnes nach China am 15. Dezember 1938 erhalten hatte. Im Mai 1939 war Albert Kahnlein noch in Oberelsbach gemeldet, am 3. Oktober 1939 befand er sich schon im Arbeitseinsatz. Zuletzt war er im Landwerk Neuendorf tätig, das bisher zur Vorbereitung der Auswanderung diente. Es liegt bei Fürstenwalde, nicht weit von Berlin. Ihr Sohn Albert Kahnlein verstarb am 13. November 1940 im jüdischen Krankenhaus in Berlin. Währenddessen waren Marianne und Ihr Mann gezwungen, ihr Wohnhaus zu verkaufen und zusammen mit weiteren Oberelsbachern im Haus von Samuel und Betty Silbermann zu wohnen. Am 22. April 1942 kam Marianne mit ihrem Mann und zwei weiteren Oberelsbacherinnen nach Würzburg. Ein PKW der Firma Lesch aus Bad Neustadt holte sie ab und der Zug brachte die Oberelsbacher mit weiteren 55 Juden aus dem damaligen Landkreis von Bad Neustadt nach Würzburg. Bei der Durchsuchung im Platz'schen Garten wurden ihrem Mann zehn Esslöffel und acht Kaffeelöffel, ein Messer und eine Gabel abgenommen. Drei Tage später wurden sie nach Krasnystaw deportiert und dort im Raum Lublin ermordet. Der jüngere Sohn Siegfried Kahnlein war zuletzt in Hannover wohnhaft und wurde von dort am 15. Dezember 1941 ins Ghetto Riga deportiert. Die beiden Schwestern Hermine Stein (1874) und Emma Fleischhacker (1882) wurden 1940 nach Gurs deportiert und Opfer der Shoa. Bruder Jacob Wildberg (1876) gelang die Emigration in die USA. Er starb 1951 in Chicago, IL.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.