Bernhard Frank (1865 - 1942)

Bernhard Frank wurde am 02.08.1865 in Prichsenstadt geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Prichsenstadt, Ghetto Theresienstadt. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Frank Bertha geb. Fleischmann, die Ehe wurde am 18.04.1890 in Prichsenstadt geschlossen.

Er starb am 24.12.1942 in Theresienstadt.

Weitere Angaben aus den Quellen: Bernhard Frank wuchs mit acht Geschwistern in der Viehhändlerfamilie Baruch und Babette Frank (Fleischmann) in Prichsenstadt im Kreis Kitzingen auf. Ab 1890 war er dort mit Bert(h)a Fleischmann aus Prichsenstadt verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos. Bernhard und Bertha Frank wohnten im eigenen Anwesen im Freihof, dem Elternhaus von Bertha. Im Freihof betrieb Bernhard Frank - teilweise zusammen mit seinem Vater Baruch und den Brüdern Isaak und Oskar - bis zur zwangsweisen Schließung im September 1939 eine Vieh- und Pferdehandlung. Bernhard Frank engagierte sich stark im Gemeinde- und Vereinsleben von Prichsenstadt. Er trat dem Turnverein (TSV 1861 Prichsenstadt) bei, in dem er führend tätig war, von 1899 bis 1903 als Vorstand des Vereins. 1923 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt; als Dank spendete er dem Verein 6.000 Mark. Langjährig aktiv war er ab 1881 auch in der Freiwilligen Feuerwehr Prichsenstadt. Für Übungen und Einsätze stellte er Pferdefuhrwerke zur Verfügung. Für sein Ansehen in der Kleinstadt spricht auch die zweimalige Wahl in den Prichsenstädter Stadtrat in der Weimarer Republik; von 1919 bis 1924 wirkte er im Armenpflegschaftsrat der Stadt mit. Schließlich trat er auch in der Isr. Kultusgemeinde Prichsenstadt hervor; ab 1938 war er deren letzter Vorsitzender. Bernhard und Bertha Frank waren im Frühjahr 1942 unter den letzten zehn verbliebenen jüd. Einwohnern von Prichsenstadt, die in einem "Judenhaus" ghettoisiert waren. Am 18. September 1942 wurde er mit seiner Frau Bertha und Pauline Künstler, zuerst nach Schweinfurt und dann nach Würzburg gebracht. Von dort aus wurden sie am 23.September 1942 nach Theresienstadt deportiert und ihres letzten Vermögens beraubt. Der Hausrat und das landwirtschaftliche Inventar in Prichsenstadt wurde von der Gemeinde verkauft und versteigert. Bernhard und Bertha Frank kamen an der Jahreswende 1942/43 im Lager ums Leben. Im Holocaust ermordet wurden auch Bernhards Geschwister Therese Kälbermann, Leopold Frank, Ida Fleischmann und Sophie Benjamin. Quelle: -Zuschrift Wolf-Dieter Gutsch 22.02.2020: Werner Steinhauser, Das Leben von Bernhard Frank, 03.05.2017; Zuschrift 23.12.2020: 1939 Judenausweis).

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.