Simon Haas wurde am 12.05.1864 in Oberlauringen geboren und lebte in Oberlauringen, Bad Mergentheim, Würzburg.
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Haas Helene, Helene (Hannchen) geb. Neumaier, die Ehe wurde am vor 1892 geschlossen.
Er war in 2. Ehe verheiratet mit Haas Mali, Emilie, Mali geb. Neumaier, die Ehe wurde am 16.04.1893 in Ostheim v. d. Rhön geschlossen.
Sein Kind war Haas Karola (13.06.1898–1942).
Er starb am 27.02.1939 in Würzburg.
Die Grabstätte befindet sich im "Oberlauringen".
Weitere Angaben aus den Quellen: Simon (Samuel) Haas war das 10. und letzte Kind seiner Eltern Joseph Haas und Karoline geb. Schwarzschild. Sein Vater war Weber- und Eisenhändler und die Familie wohnte zum Zeitpunkt seiner Geburt im Haus Nr. 40 b in Oberlauringen (heute Gelände der Unteren Judengasse 20), vorher, bis ca. 1860, jedoch im Haus Nr. 41. Er hatte sechs Brüder und drei Schwestern, wobei die erstgeborene Schwester bereits wenige Tage nach der Geburt starb und der Bruder Baruch mit fast zehn Jahren. Seine neun Geschwister waren: 1. Mariam geb. 14.09.1846, gest. 18.09.1846, Haus Nr. 41 2. Nathan geb. 04.08.1847, Haus Nr. 41 3. Baruch geb. 21.10.1848, gest. 11.04.1858, Haus Nr. 41 4. Mariam geb. 21.11.1850, Haus Nr. 41 5. Mathilde geb. 27.10.1852, Haus Nr. 41 6. Isaak geb. 11.09.1855, Haus Nr. 41 7. David geb. 04.09.1857, Haus. Nr. [41, war nicht angegeben], 4. Sohn 8. Meier geb. 14.10.1859, Haus Nr. 41 9. Seligmann geb. 15.09.1861, Haus Nr. 40 [sic!] Der Kaufmann Simon Haas war in erster Ehe mit Helene (Hannchen) Haas, geb. Neumaier (geb. 22.03.1865 in Oberwaldbehrungen) verheiratet. Nach ihrem Tod am 2. August 1892 heiratete er nach etwas mehr als einem halben Jahr (∞ 16. April 1893, Ostheim vor der Rhön) Emilie, genannt Mali, geb. Neumaier (geb. 05.09.1867 in Oberwaldbehrungen), Helenes Schwester. Die Tochter aus erster Ehe erhielt den Namen Ihrer Mutter, die bei der Geburt verstorben war, Hannchen. Hanna Rothschild, geb. Haas (geb. 2. August 1892 in Oberlauringen) lebte in Bad Mergentheim, hatte am 17. Mai 1939 aber immer noch das Haus Nr. 61 a in Oberlauringen als Wohnsitz. Das Bundesarchiv gibt an, dass Hanna Rothschild am 26.4.1942 von Bad Mergentheim aus nach Izbica deportiert und ermordet wurde. Simon Haas hatte neben (1.) Hannchen Rothschild aus erster Ehe folgende Kinder aus zweiter Ehe: 2. Julius Haas geb. 21. Februar 1894 "nachmittags ½ 9 Uhr" (= 20.30 h), als erster Zwilling und 3. Helena Haas geb. 22. Februar 1894 "vorm. einhalb ein Uhr" (= 0.30 h) später verh. Kannenmacher, 4. Karola Haas geb. 13. Juni 1898, 5. Justin Haas geb. 08. Februar 1905 , gest. 20. Januar 1906 in Oberlauringen als erster Zwilling und 6. Ludwig Haas geb. 08. Februar 1905. Emilie Haas starb am 2. April 1923. Simon Haas zog am 16. November 1938 in Folge des Novemberpogroms nach Bad Mergentheim, wo die Tochter Hannchen und ihre Familie lebten. Er war zwischenzeitlich verwitwet und im Ruhestand. Etwa ein Vierteljahr später kam er am 2. Februar 1939 in das jüdische Altersheim in der Dürerstraße 20 in Würzburg. Dort verstarb er noch im selben Monat. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sein Leichnam im Friedhof Oberlauringen liegt, obwohl kein Grabstein aufzufinden ist. Es gab auch dort Schändungen, einzelne Steinfragmente sind noch zu sehen und im Jahre 1970 hatten Jugendliche 31 Grabsteine umgeworfen. Weder in Würzburg noch in Bad Mergentheim sind seine Beerdigung oder ein Grabstein nachweisbar. Hannchen Rothschild war mit dem Viehhändler Ludwig (Louis) Rothschild (geb. 17.02.1883) aus Königshofen/Tauber verheiratet. Das Ehepaar hatte zwei Kinder, den Schlosserlehrling Fred Julius Rothschild (geb. 26.11.1923) und die drei Jahre jüngere Käte Rothschild (geb. 28.11.1926). Alle vier kamen im Jahr 1942 ums Leben: Louis bereits einen Monat vor der Deportation von Hannchen und Käte am 24.3. in Bad Mergentheim, die beiden Frauen im Raum Lublin, ermordet durch die Nationalsozialisten, und Fred Julius vermutlich am 13.7. in Auschwitz. Karola Haas wurde ebenfalls in der Shoa ermordet. Helena Kannenmacher hatte sich 1956 beim internationalen Suchdienst in Bad Arolsen nach dem Schicksal ihrer Familie erkundigt. Quellen: Auskunft Bundesarchiv; Auskunft Stadtarchiv Bad Mergentheim; Biographische Kartei von Reiner Strätz; ITS Bad Arolsen, 1.2.3.11, Dokument ID: 12307988 – Karteikarte Gestapo Würzburg; ebendort Teilbestand: 6.3.3.2, Dokument ID: 102479878 – Korrespondenzakte T/D 585 687; Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Ludwigsburg, K 28 Bü 34 (Steuerakten Ludwig Rothschild); Münchner Merkur, Aug. 1970; Staatsarchiv Würzburg, Jüdisches Standesregister 97 (Oberlauringen); Jüdisches Standesregister 102 (Oberwaldbehrungen); Stadtarchiv Würzburg, Grundliste Dürerstr. 20; Standesamt Königshofen, jetzt Lauda-Königshofen, Geburtstegister 4/1883; Standesamt Oberlauringen, Alphabetisches Register; Geburtsregister 6/1894, 7/1894, 12/1898, 3/1905, 4/1905 und Sterberegister 7/1892, 3/1906; Standesamt Ostheim v. d. Rhön, Heiratsreg. Nr. 6/1893.