Heinrich Stark (1883 - 1942)

Heinrich Stark wurde am 20.10.1883 in Ermetzhofen geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Ermetzhofen, Schweinfurt, Metz, Frankfurt am Main, Raum Lublin, Würzburg, Krasniczyn. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Stark Jettchen geb. Schiff, die Ehe wurde am 20.08.1910 in Schweinfurt geschlossen.

Er starb am 1942 in Raum Lublin.

Weitere Angaben aus den Quellen: Heinrich Stark aus Ermetzhofen, Metzgermeister mit eigenem Geschäft, war der Sohn des Viehhändlers Gabriel Stark und seiner Frau Recha, geb. Frank. Bis zum 13. Lebensjahr lebte er dort bei seinen Eltern, anschließend kam er in die Lehre nach Schweinfurt. Dazwischen, von 1903 bis 1905, diente er beim Militär in Metz. Anfang des Jahres 1910 zog er von Frankfurt am Main nach Schweinfurt und machte sich selbstständig. Hier heiratete er im August gleichen Jahres seine Frau Jettchen. 1914 wurde er als Frontsoldat eingezogen und kämpfte bis 1918 für Deutschland. Ihre gemeinsame Tochter Ruth kam im Mai 1920 in Schweinfurt zur Welt. Sie besuchte das Lyzeum, eine höhere Töchterschule, bis zum Abschluss. Anschließend wurde sie von den Eltern im November 1936 ins neu gegründete Landwerk Ahrensdorf bei Trebbin geschickt, um auf dieser Hachschara-Ausbildungsstätte für ihr künftiges Leben im sogenannten Neuland Palästina vorbereitet zu werden. Im August 1937 kehrte sie von dort zurück. Einige Monate später zog sie für eine Ausbildung zu einem achtmonatigen Auslandsaufenthalt nach Florenz, vermutlich als Kindergärtnerin, später auch nach Frankfurt. Ende April 1939 gelang es ihr, nach Glasgow/Schottland zu emigrieren, später ging sie dann nach New York. Ruth Manasse ist Witwe, sie hat eine Tochter und einen Sohn und lebte 2011 in Florida. Sie besuchte zuletzt im Jahre 1991 anlässlich einer Einladung der Stadt Schweinfurt ihren Geburtsort. Die Wohnung der Familie und das Geschäft wurden beim Pogrom am 10. November 1938 demoliert. Dabei wurde der Schreibtisch so in Mitleidenschaft gezogen, dass die Papiere und das Frontkreuz zerstört wurden. Der Laden konnte nicht mehr eröffnet werden und der Betrieb wurde zum 10. Dezember 1938 von seiner Frau abgemeldet. Heinrich Stark wurde am Morgen des 10. November in Schutzhaft genommen, zwei Tage später für lager- und arbeitsfähig erklärt und bis 13. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Bei der Inschutzhaftnahme erklärte er, dass er alsbald auswandern will und die Vorbereitungen dazu schon getroffen hätte. Ihm sei vom amerikanischen Konsulat in Stuttgart die Quotennummer 18564 zugeteilt worden. Zuletzt war Stark als Hilfsarbeiter bei der Firma Kraus tätig. Am 22. April 1942 kam das Ehepaar Stark nach Würzburg. Bei der Durchsuchung im Platz’schen Garten wurden ihnen ein Gemüse- und acht Kaffeelöffel abgenommen. Drei Tage später erfolgte die Deportation nach Krasniczyn und dort wurden sie im Raum Lublin ermordet. Für diesen Transport wurde Heinrich Stark als Ordner eingeteilt. Er war für die 27 zu deportierenden Personen aus Gochsheim, Niederwerrn, Euerbach, Prichsenstadt, Schonungen und Schwanfeld zuständig. Bei Räumung der Rückertstraße 17 fand man sein Arbeitsbuch, ausgestellt am 6. April 1940 vom Arbeitsamt Schweinfurt, das nun am 5. Mai 1942 zur Erledigung an die Gestapo gesandt wurde.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.