Mirjam Martha Essinger geb. Adler (1908 - 1942)

Mirjam Martha Essinger geb. Adler wurde am 16.06.1908 in Gebweiler (Guebwiller) geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Gebweiler, Wuppertal, Würzburg, Riga-Jungfernhof, Raum Riga, Bad Neustadt. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Ihre Eltern waren Adler Nathan (01.10.1866–22.07.1937) und Adler Senny geb. Schloß (23.12.1870–vor 1937).

Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Essinger Ernst, die Ehe wurde am 1933/1934 geschlossen.

Ihre Kinder waren Essinger Sanny (02.12.1938–1941/1942) und Essinger Werner (09.01.1935–1941/1942).

Sie starb am 1941/1942 in Raum Riga.

Weitere Angaben aus den Quellen: Mirjam (Martha) Essinger wuchs in der kinderreichen Kaufmannsfamilie Nathan und Senny Adler, geb. Schloss, in der Stadt Gebweiler im Elsass auf, wo ihr Vater als Schuhwarenhändler arbeitete. Die meisten ihrer sechs Geschwister verließen die Stadt in jungen Jahren. Mirjam blieb mit ihrer jüngeren Schwester Thekla bei den Eltern. Die Familie zog nach den politischen Umwälzungen am Ende des Ersten Weltkriegs nach Würzburg, wahrscheinlich, weil die Eltern Mirjams gebürtig aus der Gegend stammten: Mirjams Mutter Senny kam aus Laudenbach, ihr Vater Nathan aus dem württembergischen Markelsheim. In Würzburg wohnten schon andere Familienmitglieder. Mirjams Tante Thekla Steuermann, die Schwester ihrer Mutter Senny, lebte in Würzburg und auch Mirjams Großmutter Sara Schloss lebte später bei ihrer Tochter Senny in der Huttenstraße 33. Thekla Steuermann war die Ehefrau des 1928 verstorbenen Jakob Steuermann, dem die Bäckerei gehörte, in der Mirjams späterer Ehemann Ernst seit den 20ern gearbeitet hatte. Es erscheint wahrscheinlich, dass Ernst und Mirjam sich in diesem Umfeld kennenlernten. Spätestens 1934 heiratete Mirjam den Bäcker und Konditor Ernst Essinger. Zunächst wohnte das Paar in Elberfeld, einem Stadtteil von (ort)Wuppertal, wo 1935 ihr Sohn Werner auf die Welt kam, dann kehrten sie wohl um 1938 nach Würzburg zurück. Dort lebten sie in der Glockengasse 4, wo sich auch die Bäckerei des verstorbenen Jakob Steuermanns befand. Die Bäckerei war nach dem Tod Steuermanns von dessen Schwiegersohn Benno Hahn weitergeführt worden. Doch auch die Bäckerei in der Glockengasse hatte unter der Schikane des NS-Regimes zu leiden. So musste Benno Hahn ab 1940/1941 Zwangsarbeit bei der Stadt Würzburg leisten und wurde nach der Deportation von Küchenpersonal ab November 1941 als Bäcker im jüdischen Altersheim eingesetzt. [1016] 1938 kam die Tochter Sanny auf die Welt, die wohl nach ihrer Großmutter benannt wurde. Am 27. November 1941 wurde die junge Familie mit dem sechsjährigen Sohn Werner und der dreijährigen Sanny von Würzburg nach Riga-Jungfernhof deportiert. Mirjam und die beiden Kinder kamen dort oder bei den Massenerschießungen im Wald von Bikernieki ums Leben. Trotz anderer Angaben einer Nichte dürfte auch Ernst bis spätestens 1944 im Raum Riga ermordet worden sein.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.