Josef Kaufmann (1872 - 1943)

Josef Kaufmann wurde am 21.01.1872 in Unterleichtersbach (Oberleichtersbach) geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Unterleichtersbach, Brückenau, Fulda, Rimpar, Schlüchtern, Würzburg, Ghetto Theresienstadt. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Kaufmann Adelheid geb. Löb (um 1850) und Kaufmann Löb (um 1840–?um 1900).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Kaufmann Sara geb. Goldschmidt, die Ehe wurde am 1900 in Würzburg geschlossen.

Sein Kind war Schönfärber Martha geb. Kaufmann (04.09.1901–1942).

Er starb am 10.08.1943 in Theresienstadt.

Weitere Angaben aus den Quellen: Josef Kaufmann stammte aus der Familie Löb und link(Adelheid Kaufmann (Löb)#25388) in Unterleichtersbach und (Bad) Brückenau. Nach der Volksschule in Brückenau machte er eine Kaufmannslehre in Rimpar bei Würzburg und in der hessischen Stadt Schlüchtern. Danach arbeitete er als Handelsvertreter einer Lackfabrik in Fulda. 1900, zeitgleich mit seiner Verehelichung mit der Würzburger Hotelierstochter Sara Goldschmidt, trat er als Teilhaber in das elterliche "Hotel Kaufmann" in Bad Brückenau ein. Das Hotel hatte für die vielen jüd. Kurgäste eine eigene Haussynagoge und war neben der großen Stadtsynagoge ein zweiter religiöser Mittelpunkt in der Stadt; 1909 stifte Josef Kaufmann hierfür eine Torarolle zum Andenken an seine Mutter.[1023] Er lebte zwischen 1901 und 1919 im Winter in Würzburg bei den Schwiegereltern Goldschmidt und arbeitete wohl in deren Hotel mit. Von 1916 bis 1917 war er Kriegsteilnehmer und Frontkämpfer. NS-Zeit: Nach 1933 war der politisch die Deutsche Demokratische Partei, später die Zentrumspartei unterstützende Josef Kaufmann stark von der Verfolgung betroffen. Im August 1937 erfolgte die zwangsmäßige Schließung seines Hotels nach einer gezielten gewerbepolizeilichen Razzia. Das Hotel mit 26 Zimmern hatte zu diesem Zeitpunkt noch zehn Beschäftigte. [1016] Im März 1942 wurde er mit seiner Ehefrau Sara, der Tochter Martha Schönfärber und ihrem Kind Ilse nach Würzburg gebracht, in das "Jüd. Unterkunftsheim Bibrastraße 6" ("Judenhaus"). Im April 1942 musste er die Deportation seiner Tochter und seines Enkelkinds erleben. Am 23.September 1942 wurden Josef und Sara Kaufmann - nach dem Abschluss eines "Heimeinkaufsvertrags" über 900 Reichsmark - nach Theresienstadt [1056] deportiert. [1003][1005] Josef Kaufmann kam im August 1943 mit 71 Jahren ums Leben.[1027] Gedenken: 2019 wurden in Bad Brückenau Stolpersteine für Josef und Sara Kaufmann verlegt. [1023}.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.