Julius Reiss (Reiß) (1888 - 1973)

Julius Reiss (Reiß) wurde am 25.01.1888 in Würzburg geboren und lebte in Würzburg, England, San Francisco.

Seine Eltern waren Reiß (Reiss), Reiss Hermann (10.02.1860–21.05.1937) und Reiß (Reiss) Sofie geb. Hanauer (13.01.1867–15.11.1941).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Reiss Anne (Anna) geb. Stern.

Seine Kinder waren Becker Marianne geb. Reiß (?15.02.1919–09.04.2002), Reiss Bert geb. Reiß, Bernd, Bernd (02.09.1924–01.11.1982) und Reiss Gary geb. Reiß, Gerhard Hermann (08.07.1916–April 1985).

Er starb am 19.02.1973 in San Francisco.

Weitere Angaben aus den Quellen: Fabrikant. Julius Reiss wuchs als zweites von fünf Kindern der Fabrikantenfamilie Hermann und Sofie Reiß in Würzburg auf. Er besuchte hier die Volksschule, dann sechs Klassen am Realgymnasium. Es folgten eine Banklehre und Volontariate bei verschiedenen Firmen. 1908 Eintritt in die elterliche Spirituosenfabrik "M. Hanauer & Sohn"; ab 1913/14 Mitinhaber mit dem Vater und dem Schwager Wilhelm Oestreicher. I. Weltkrieg: 1915-1918 Kriegsteilnehmer; Feldwebel, König Ludwig-Kreuz. Ehrenamt: Mitglied der Industrie- und Handelskammer (IHK Würzburg-Schweinfurt); Handelsrichter; Mitglied im Ortsvorstand Bayerischer Industriellenverband (um 1930). Ab 1931 Verwaltungsmitglied der IKG Würzburg(Israelitische Kultusgemeinde). Mitglied Deutsche Demokratische Partei, dann (Deutsche Staatspartei); Frankenloge Bne Briss, Club 1912 (ab 1912), Jüd. Tennisclub Würzburg (Vorstand), Ortsgruppe Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. NS-Regime: Mitglied im Jüd. Kulturbund Würzburg (Kulturbund Deutscher Juden). Julius Reiss wurde Anfang Mai 1938 mit dem Bruder Alfred verhaftet, um die "Arisierung" des Familienbetriebs zu erzwingen, die dann im Juli erfolgte. Am 4.August 1938 entlassen (aus dem KZ Dachau?). Im Novemberpogrom 1938 in Baden-Baden festgenommen; bis zum 7.Dezember 1938 Haft im KZ Dachau. Er beteiligte sich mit anderen jüd. Geldgebern aus Würzburg am Projekt einer Gruppenauswanderung nach Ecuador (Gustav Kleemann), dann am Plan eines Kapitaltransfers durch die Finanzierung einer Fabrik (Verbundglas für den Export). Julius Reiss emigrierte im August 1939 mit seiner Familie nach England; weiter nach San Francisco. 1940 dort in einem Haushalt mit seiner Frau Anna und den Söhnen Gerd und Bernd; 1942 dort für das US-Militär registriert; 1945 erhielt er in San Francisco die US-Staatsbürgerschaft. Er verstarb dort 1973 mit 85 Jahren. [1016][1019] Quellen: -familysearch.org.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.