Hermann Reiß (Reiss), Reiss wurde am 10.02.1860 in Hainstadt (Buchen) geboren und lebte in Hainstadt, Würzburg.
Seine Eltern waren Reiß Hanna geb. Luck (10.10.1818–05.08.1902) und Reiß Pinchas (05.05.1819–16.07.1902).
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Reiß (Reiss) Sofie geb. Hanauer, die Ehe wurde am 1885 in Adelsheim/Baden geschlossen.
Seine Kinder waren Oestreicher Martha geb. Reiss (03.08.1886–18.12.1910), Reiß Siegbert (07.06.1892–12.02.1903), Reiss Fred geb. Reiß, Alfred (13.05.1902–Mai 1969), Katzmann Hedy geb. Reiss (17.04.1899–Juli 1981) und Reiss (Reiß) Julius (25.01.1888–19.02.1973).
Er starb am 21.05.1937 in Würzburg.
Weitere Angaben aus den Quellen: Fabrikant. Hermann Reiß wuchs in der Familie Pinchas und Hanna Reiß in der Gemeinde Hainstadt im nördlichen Baden-Württemberg auf. Er zog bald nach seiner Heirat 1885 nach Würzburg und führte hier als Teilhaber mit dem Schwiegervater Maier Hanauer die Branntweinbrennerei und Likörfabrik "M. Hanauer & Sohn" in der Resenstraße 4/6 in Heidingsfeld mit; nach dessen Ausscheiden (1908) Seniorchef. 1899 erhielt er das Bürgerrecht und Heimatrecht der Stadt Würzburg. Ehrenamt: Mitglied der Industrie- und Handelskammer (IHK Würzburg-Schweinfurt)(ab 1905). Ernennung zum Handelsrichter (um 1907), Kommerzienrat (um 1913), Geheimer Kommerzienrat (1928). Zweiter Vorsitzender des Vereins deutscher Weinbrennereien. 1908 bis zum Ausschluss 1933 Vorstandsmitglied im Verschönerungsverein Würzburg; Mitarbeit in der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und anderen gemeinnützigen Vereinigungen. Ab 1902(?) Mitglied der Verwaltung der IKG Würzburg(Israelitische Kultusgemeinde) für die liberale Fraktion (Liberales Judentum); beim Ausscheiden (um 1931) zum Ehrenmitglied ernannt. Mitarbeit in der Vereinigung für das religiös liberale Judentum und im Hilfsverein der Juden in Deutschland (Hilfsverein der deutschen Juden). Ausschussmitglied der Alliance Israelite Universelle. Mitglied in den lokalen jüd. Vereinen Club 1912, Gesellschaft Casino, Jüdischer Kulturbund und Jüd. Turn- und Sportverein Würzburg. Hermann Reiß spendete 1919 mit zwei anderen jüd. Geldgebern eine große Summe für die konterrevolutionäre Bürger- und Einwohnerwehr Würzburg. Seine Firma, fortgeführt von seinem Sohn Julius Reiß und seinem Schwiegersohn Wilhelm Oestreicher, hatte allgemein anerkannte soziale Einrichtungen wie eine Kantine und Heimgärten (Kleingarten) für die Mitarbeiter und zählte einen Stamm langjährig Beschäftigter (1938: 23 über 13 Jahre im Betrieb). [1016].