Sofie Reiß (Reiss) geb. Hanauer wurde am 13.01.1867 in Korb geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Korb, Würzburg. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Ihre Eltern waren Hanauer Babette geb. Wertheimer (23.08.1847–07.11.1910) und Hanauer Maier (Mayer, Meier) (03.05.1843–19.05.1925).
Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Reiß (Reiss), Reiss Hermann, die Ehe wurde am 1885 in Adelsheim/Baden geschlossen.
Ihre Kinder waren Oestreicher Martha geb. Reiss (03.08.1886–18.12.1910), Reiß Siegbert (07.06.1892–12.02.1903), Reiss Fred geb. Reiß, Alfred (13.05.1902–Mai 1969), Katzmann Hedy geb. Reiss (17.04.1899–Juli 1981) und Reiss (Reiß) Julius (25.01.1888–19.02.1973).
Sie starb am 15.11.1941 in Würzburg.
Weitere Angaben aus den Quellen: Sofie Reiß (Reiss), Tochter der Fabrikantenfamilie Maier und Babette Hanauer in Würzburg, wuchs in der Kleinstadt Adelsheim im nördlichen Baden-Württemberg auf. Sie besuchte dort die (Jüd.) Volksschule, dann ein Jahr ein Mädchenpensionat in Stuttgart. Mit 18 Jahren heiratete sie in ihrem Heimatort Adelsheim Hermann Reiß aus der nahen Gemeinde Hainstadt. Die Familien Hanauer und Reiß zogen bald darauf nach Würzburg und bauten in der Nachbarstadt Heidingsfeld die Spirituosenfabrik "M. Hanauer & Sohn" zu einem bedeutenden Unternehmen auf. Die Familie Reiß gehörte zur kleinen Schicht vermögender Würzburger, die sich eine "Sommmerwohnung" in der neuen Villensiedlung im Steinbachtal (Haus Nr. 57) leisten konnten. NS-Regime: Sofie Reiß war Mitglied im Jüd. Kulturbund Würzburg (Kulturbund Deutscher Juden). Die ab 1937 verwitwete Frau blieb nach der Emigration ihrer Kinder Julius, Hedy und Alfred in Würzburg zurück; zwei weitere Kinder Martha und Siegbert waren hier jung verstorben. [1016] Im November 1940 wurde bei ihr, wie bei anderen wohlhabenden Juden, eine gezielte Haussuchung vorgenommen; wegen angeblicher Devisenvergehen bestraft. Mit dem Raub ihres Vermögens musste sie auch ihre große Familienwohnung in der Bismarckstraße 10 [1078] aufgeben (Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden). Zuletzt wohnte sie, wieder mit ihrer ebenfalls verwitweten Schwester Ida Freudenberger, in einer Wohnung am Sebastianisteig 2. Sofie Reiß nahm sich, nach Angaben aus der Familie, im November 1941 das Leben. Ihre Schwester wurde im September 1942 nach Theresienstadt deportiert.