Paula (Paule, Polja), Paula Ringart geb. Ostrach (1906)

Paula (Paule, Polja), Paula Ringart geb. Ostrach wurde am 02.05.1906 in Elisabethgrad (Kirowohrad) geboren und lebte in Elisabethgrad, Plauen, Frankfurt am Main, Würzburg, Paris, Frankreich.

Ihre Eltern waren Ostrach Isay (Schaya), Isay (09.04.1873–14.11.1942) und Ostrach Rosa Gita geb. Kowler (21.10.1881).

Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Ringart Noah, die Ehe wurde am 1934 in Paris geschlossen.

Ihre Kinder waren Ringart Nadja (11.06.1948) und Ringart Anna (Hanna) (15.01.1937).

Weitere Angaben aus den Quellen: Kunsthandwerkerin ; Handweberin. Paula Ringart wuchs in der ostjüd. Kaufmannsfamilie Isay und Rosa Ostrach in Polen und Deutschland auf. Sie kam Ende 1914 mit den Eltern nach Würzburg. Hier besuchte sie die Jüd. Volksschule und die Sophienschule. Kunstgewerbeschülerin bei Heiner Dikreiter in Würzburg. Weitere Berufsausbildung in einer Teppichweberei in Kronberg/Taunus bei einer Schülerin von Paul Klee (Bauhaus); 1924/25 Kunstgewerbeschule Stuttgart; 1925 bis zur Gesellenprüfung 1927 an der Webschule in Sindelfingen, Baden-Württemberg. 1928 eröffnete sie eine Handweberei in Veitshöchheim bei Würzburg, 1930 nach Würzburg verlegt (Sitz in der Rennwegerglacisstraße 19; zeitweise vier Beschäftigte). Paula Ostrach fühlte sich durch den zunehmenden Antisemitismus bedroht. 1930/31 erlebte sie den Habima-Skandal in Würzburg mit; etwa zur gleichen Zeit wurde ihre letzte Kunstgewerbe-Ausstellung in Würzburg von Nazis mit Boykott-Plakaten gestört. Eine christliche Freundin hielt den Kontakt zu den Kunden aufrecht und half bei der Emigration im Juli 1933 nach Paris. Aushilfstätigkeiten als Hausdame und Kindermädchen, ehe sie durch glückliche Umstände ein kleines Atelier übernehmen konnte. NS-Regime: Sie überlebte die deutsche Besetzung mit der Mutter Rosa Ostrach und ihrer kleinen Tochter Anna, versteckt in Dörfern der Normandie. Ihr Mann Noah Ringart verbarg sich in ihrer Werkstätte auf dem Lande und half einer Mitarbeiterin. Ihr Vater Isay wurde 1942 von Drancy ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Paula Ringart lebte im Alter in Palaisieux/Frankreich (Palaiseau bei Paris?). [1016].

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.