Alfred Selig (1892 - 1942)

Alfred Selig wurde am 05.03.1892 in Bischofsheim (Mainspitze) geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Bischofsheim, Hessen, Frankfurt am Main, Würzburg, Riga-Jungfernhof, Raum Riga, Fürth, KZ Dachau, Nürnberg. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Selig Ferdinand (13.05.1852–23.03.1928) und Selig Rosa geb. Mayer (23.10.1858–12.02.1928).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Selig Irma geb. Bing, die Ehe wurde am 05.03.1930 in Fürth geschlossen.

Seine Kinder waren Selig Ferdinand Max (08.12.1930–26.03.1942) und Selig Friedrich (24.05.1933–26.03.1942).

Er starb am 1941/1942 in Raum Riga.

Weitere Angaben aus den Quellen: Alfred Selig wurde 1892 als Sohn des Händlers Ferdinand Selig und dessen Frau Rosa, geb. Mayer, in südhessischen Bischofsheim geboren. Ab 1910 war er Lehrling und Kommis in der Seidenwarenfirma E. Schott in Frankfurt a. M. Nach seinem Militärdienst trat Alfred als Reisender in die Weinhandlung Gustav David in Würzburg ein. I. Weltkrieg: Kriegsteilnehmer als Unteroffizier in einer Maschinengewehr-Kompanie. Im Oktober 1914 wurde er verwundet und erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse sowie eine Tapferkeitsmedaille. Nach dem Krieg arbeitete er weiter als Reisender, dann Weinhändler in Würzburg. Mitglied im Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten und ab Ende 1924 im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Wohl um 1930 heiratete er die aus Fürth stammende Irma Bing. 1930 und 1933 wurden seine beiden Söhne Ferdinand Max und Friedrich geboren. NS-Zeit: 1938 arbeitete Alfred Selig als Angestellter einer Weingroßhandlung in Bingen. Im Novemberpogrom 2938 wurde er in Fürth festgenommen; am 7.Dezember aus dem KZ Dachau entlassen. Die Familie hatte anscheinend in Irma Seligs Heimatstadt Zuflucht gesucht; danach arbeitete Alfred einige Zeit als Hilfsarbeiter in einer Autowerkstätte in Nürnberg. Ab 1939 musste er Zwangsarbeit bei einer Baufirma in Würzburg leisten; die Familie musste (vor Mai 1939) in das "Jüd. Unterkunftsheim" in der Bibrastraße 6 ziehen. [1078] Zwischen Januar und März 1940 wurde er für einen Umschulungskurs zum Elektroinstallateur in den Jüd. Anlernwerkstätten München befreit. Er bemühte sich vergeblich um die Emigration seiner Familie nach New Haven/ USA, wohl zum Onkel seiner Frau Lothar Midas. [1016] Am 27.November 1941 wurde Alfred Selig mit seiner Frau Irma und den Kindern von ihrem letzten Quartier im "Jüd. Unterkunftsheim" in der Bibrastraße 6 nach Riga-Jungfernhof deportiert. [1057] [1003] Gedenken: Sein Bruder Bertold Selig widmete Alfred ein Gedenkblatt für die nationale Gedenkstätte Yad Vashem; als Todesdatum gab er 1942 an. Vor dem Wohnhaus in der Crevennastraße 11 erinnert ein "Stolperstein" an die Familie Selig.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.