Fanny Sichel geb. Mandelbaum (1879 - 1943)

Fanny Sichel geb. Mandelbaum wurde am 13.09.1879 in Aub geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Aub, Würzburg, Ghetto Theresienstadt. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Ihre Eltern waren Mandelbaum Klara geb. Sichel (um 1855) und Mandelbaum Veit (um 1850).

Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Sichel Karl, die Ehe wurde am 1901 in Aub geschlossen.

Ihre Kinder waren Sichel Theodor (29.03.1902–30.04.1997), Sichel Kurt (31.12.1908–24.08.1985) und Sichel Babette (Febr. 1905–Febr. 1905).

Sie starb am 13.02.1943 in Theresienstadt.

Weitere Angaben aus den Quellen: Fanny Sichel wuchs in der Weinhändlerfamilie Veit und Klara Mandelbaum in der Kleinstadt Aub, Kreis Würzburg, auf. Ihre Vorfahren waren dort schon um 1800 ansässig; unter den 24 jüd. Matrikelstellen 1817 findet sich in Aub auch "Marx Veitel Mandelbaum (Vieh- und Häutehandel)". [1023] (Bayerisches Judenedikt von 1813.) Fanny war ab 1901 mit dem Textilwarenkaufmann und Fabrikanten Karl Sichel in Würzburg verheiratet; 1902 und 1908 wurden hier ihre Söhne Theo und Kurt Sichel geboren. Fanny Sichel arbeitete in der auf elegante Bettwäsche spezialisierten, bedeutenden Familienfirma "Gebrüder Sichel" am Haugerring (Nr. 15/16 - heute etwa Nr. 6) mit; Prokuristin. Sie trat wie ihr Mann im jüd. Gemeindeleben hervor: Mitglied im Gründungsausschuss der Isr. Mittelstandshilfe (1922); Vertreterin des Verbandes Bayerischer Isr. Gemeinden für das Landesheim der Isr. Kranken- und Pfründnerhausstiftung Würzburg (um 1934). NS-Zeit: Fanny Sichel war, wie ihr Mann und viele Mitglieder der Kultusgemeinde Würzburg, Mitglied im Jüd. Kulturbund Würzburg (Kulturbund Deutscher Juden). Ab 1936 steigerte sich der Verfolgungsdruck auf die Familienfirma bis hin zur "Arisierung" im April 1938. Nach der Emigration ihrer Söhne blieb das Ehepaar Sichel in Würzburg zurück. Seine eigenen Emigrationsbemühungen scheiterten. Fanny und Karl Sichel mussten 1941 ihr eigenes Haus am Haugerring räumen und in die jüd. Heime in der Konradstraße 3, dann Bibrastraße 6 ziehen. In der Gestapoakte ist ein ca. eine Seite umfassender Vorgang dokumentiert, wonach Fanny `hiermit die polizeiliche Erlaubnis zur einmaligen Benutzung der Reichsbahn für eine Fahrt zwischen Würzburg und und Veitshöchheim und zurück vom 1. bis 2.4.1942 erteilt wird` (Anmerkung: einf. Entfernung 10 km). [1090] Am 23.September 1942 wurden beide nach Theresienstadt deportiert. [1061] Fanny musste dort im November den Lagertod ihres Mannes erleiden. Sie selbst kam im Februar 1943 ums Leben. [1027].

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.