Karl Sichel wurde am 15.02.1876 in Veitshoechheim geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Veitshöchheim, Würzburg, Ghetto Theresienstadt, Köln. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Ihre Eltern waren Sichel Babette (Barbara) geb. Blümlein (?13.03.1850–?20.01.1883) und Sichel Simon (03.01.1847–23.12.1911).
Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Sichel Fanny geb. Mandelbaum, die Ehe wurde am 1901 in Aub geschlossen.
Ihre Kinder waren Sichel Theodor (29.03.1902–30.04.1997), Sichel Kurt (31.12.1908–24.08.1985) und Sichel Babette (Febr. 1905–Febr. 1905).
Sie starb am 23.11.1942 in Theresienstadt.
Weitere Angaben aus den Quellen: Karl Sichel wuchs in der Familie des Kaufmanns und Landwirts Simon Sichel und desssen erster Frau Babette geb. Blümlein in Veitshöchheim bei Würzburg auf. Er besuchte nach der Jüd. Volksschule dort vier Klassen einer Realschule in Würzburg. Er war dann kaufmännischer Lehrling, Gehilfe in Hofheim (Unterfranken?). Von 1896 bis 1899 (?) leistete er seinen Militärdienst in Köln. Karl Sichel gründete 1899 mit seinem Bruder Jakob die Weißwaren- und Wäschefabrik mit Baumwollwarengroßhandlung "Gebrüder Sichel" (im Wohnhaus am Haugerring; später bis zu 100 Beschäftigte, Spezialität: elegante Bettwäsche). Ehemann von Fanny Sichel; Vater von Theo und Kurt Sichel I. Weltkrieg: 1914-1918 Kriegsteilnehmer; Sergeant einer Fuhrbaukolonne in Russland, ausgezeichnet. 1919 Angehöriger einer gegenrevolutionären Organisation (Einwohnerwehr?). Ehrenamt: Mitglied der Industrie- und Handelskammer Würzburg; Handelsrichter. Ab 1920 (?) Mitglied der Verwaltung der IKG Würzburg (Israelitische Kultusgemeinde); Referent für das Stiftungswesen. Vorstandsmitglied Synagogen-Bauverein Würzburg. Er trat in der jüd. und allgemeinen Wohlfahrtsarbeit hervor. Langjähriger Vorsitzender der Isr. Mittelstandshilfe; Leiter des sozialen Ausschusses der Frankenloge (Bne Briss); Vorstandsmitglied Zentrale für Isr. Wohlfahrtspflege; Stellvertreter von Rabbiner Hanover im Bezirksfürsorgeverband Würzburg. Vorstandsmitglied im interkonfessionellen Ausschuss zur Versorgung notleidender Bürger (um 1923), Verein zur Errichtung eines paritätischen Altersheims (um 1930), 1926 Aussteuer-Stiftung zugunsten der IKG Würzburg. Mitglied Deutsche Demokratische Partei, Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten, Club 1912, Gesellschaft Casino, Jüd. Turn- und Sportverein Würzburg. NS-Zeit: Mitglied im Jüd. Kulturbund; Ab 1935(?) Leiter des Jüd. Winterhilfswerkes für die Bezirksrabbinate Würzburg und Kitzingen. Im November 1936 ermittelte die Würzburger Gestapo-Stelle gegen ihn wegen der Produktion von Hakenkreuz-Fahnen und anderer "nationaler Symbole" (eingestellt, da aus Gefälligkeit gegenüber einer anderen Würzburger Firma erfolgt). Im April 1938 erfolgte die "Arisierung" seiner Firma. Im Novemberpogrom 1938wurde er inhaftiert; am 20.November aus dem KZ Dachau entlassen. Karl und Fanny Sichel mussten 1941 ihr eigenes Haus räumen und zum Jahresende in das jüd. Heim Konradstraße 3 ziehen. [1016] Am 23.September 1942 wurden beide von ihrem letzten Quartier im Heim Bibrastraße 6 nach Theresienstadt deportiert. [1061] Karl kam dort nach zwei Monaten ums Leben. [1027].