Selig Steinhäuser (1884 - 1943)

Selig Steinhäuser wurde am 16.01.1884 in Oberlauringen geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Oberlauringen, Burgpreppach, Straubing, Höchberg, Würzburg, KZ Auschwitz, KZ Buchenwald. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Steinhäuser Julius (10.03.1848–23.09.1931) und Steinhäuser Marianne geb. Pfeiffer (1851).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Steinhäuser Rebekka geb. Ehrenreich.

Sein Kind war Steinhäuser Ludwig (12.09.1920–27.03.1937).

Er starb am 1943 in KZ Auschwitz.

Weitere Angaben aus den Quellen: Selig Steinhäuser stammte aus der Bäckerfamilie Julius und Marianne Steinhäuser (Pfeiffer) in Oberlauringen, Kreis Schweinfurt. Nach sieben Klassen Volksschule dort besuchte er die Isr. Präparandenschule Burgpreppach, danach bis zu seinem Examen 1903 das Lehrerseminar (Anton-Bruckner-Gymnasium Straubing) in Straubing, Niederbayern. Er unterrichtete dann an der Isr. Präparandenschule Höchberg, die er ab 1913 leitete. I. Wetkrieg: 1916-1918 Kriegsteilnehmer in einer Nachrichtenabteilung; ausgezeichnet. Vor dem Krieg war er einige Jahre Mitglied einer demokratischen (liberalen) Partei; später Wähler der Bayerischen Volkspartei (?). 1931 wurde Selig Steinhäuser nach dem Anschluss seiner Schule an die Isr. Lehrerbildungsanstalt ILBA in Würzburg, als Seminarlehrer und stellvertretender Direktor übernommen. Er zog mit seiner Frau Rebekka und dem einzigen Kind Ludwig (1920-1937) nach Würzburg. Ehrenamt: Bezirksvorsitzender des Jüd. Lehrervereins für Bayern, Vorsitzender, Liquidator der Lazarus-Ottensoser-Striftung (1939; Trägerorganisation der Isr. Präparandenschule Höchberg); dritter Vorsitzender der Feist Hirsch'schen Aussteuerstiftung. NS-Zeit: Mitglied im Kulturbund Deutscher Juden (mit seiner Frau). Im Novemberpogrom 1938 festgenommen; am 6.Dezember aus dem KZ Buchenwald entlassen. Nach der Schließung der ILBA in der Pogromnacht war er Lehrer, Direktor (August 1939?) an der Jüd. Volks- und Berufsschule Würzburg bis zu deren Schließung zum Ende des Schuljahres 1941/42. Selig Steinhäuser übernahm auch leitende Funktionen in der Kultusgemeinde Würzburg; dritter Vorsitzender, Verwaltungs-, Beratungsaufgaben für das Isr. Krankenhaus und die Emigration nach Palästina. [1016] Am 17. Juni 1943 wurde er mit seiner Frau Rebekka und der im Sammelquartier Bibrastraße 6 einquartierten kleinen jüd. Restgemeinde nach Auschwitz deportiert. [1003] Gedenken: Vor der Familienwohnung in der Würzburger Sartoriusstraße 6 wurden 2007 Stolpersteine verlegt.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.