Heinrich Löwenthal wurde am 02.01.1894 in Hösbach geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Hösbach, Aschaffenburg, Krasniczyn, Raum Lublin. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Seine Eltern waren Löwenthal Joseph (Josef), Joseph (27.06.1865–19.07.1920) und Löwenthal Sophie, Sophie (Sofia) geb. Flörsheim (04.07.1867–26.12.1939).
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Löwenthal Paula geb. Lederer, die Ehe wurde am 09.12.1929 in Gladenbach geschlossen.
Seine Kinder waren Löwenthal Harry Bernhard Henri (16.05.1938–1942) und Löwenthal Steffi (22.03.1931–1942).
Er starb am 1942 in Raum Lublin.
Weitere Angaben aus den Quellen: Heinrich wurde 1894 in Hösbach als zweites von fünf Kindern der Eheleute Joseph und Sophie Löwenthal im Haus Nr. 102 geboren (später Schöllkrippenerstr. Er besuchte dort die Volksschule. Nach der 3. Klasse wechselte er im Alter von 9 Jahren auf eine Schule in Friedberg und absolvierte danach eine Kaufmannslehre. 1914-18 diente Heinrich wie sein jüngerer Bruder Arthur als deutscher Soldat im 1. Weltkrieg. Er wurde dabei zweimal verwundet. Sein Bruder fiel. Bis August 1923 wohnte er wieder in Hösbach. Danach zog er aus beruflichen Gründen nach Aschaffenburg und kam im Dezember 1929 nach Hösbach zurück. Er heiratete die aus Gladenbach im Landkreis Marburg stammende Paula Lederer. Mit ihr hatte er zwei Kinder, Steffi (*1931) und Harry (*1938). Ab 1930 betrieb er mit seinem ehemaligen Klassenkameraden und dem späteren Hösbacher Bürgermeister (und Parteimitglied) Josef Krebs einen Groß- und Einzelhandel für Lebensmittel. Heinrich spielte aktiv Fußball und war zeitweilig Vorsitzender des Fußballvereines FC Hösbach [Ortschronik Hösbach]. Er war der >Judenheiner< - ein keinesfalls abfällig gemeinter Name. Mit seiner Familie wohnte er in der Hauptstraße 47 (heute 85) zur Untermiete. Ab 1.1.1939 mußte Heinrich wie alle männlichen Juden den zweiten Vornamen Israel annehmen [1100]. Ab Kriegsbeginn durfte Heinrich sein Geschäft nicht mehr ausüben und mußte in einer Ziegelei arbeiten [Ortschronik Hösbach]. Wahrscheinlich ebenfalls bei Kriegsbeginn mußte Heinrich mit Familie aus seiner gemieteten Wohnung in der Hauptstraße 47 in Hösbach in sein Elternhaus in der Schöllkrippener Straße 9 umziehen. Der Vermieter sei aufgefordert worden, ihnen zu kündigen. Diese Angaben machte die Zeitzeugin Elfriede Bieber, geb. Schüßler, die Tochter des damaligen Vermieters Wilhelm Schüßler 2005 gegenüber dem Verfasser dieser Zeilen. Auf jeden Fall wohnten sie im Oktober 1940 dort, weil seine Frau Paula in einem Brief an ihren Bruder Bertold vom 11.10.1940 dies beklagt [1090-5790]. Er hatte 1940 geplant, mit seiner Familie auszuwandern. Für die Unterbringung seiner 70-jährigen Tante Emma Löwenthal hatte Heinrich über den Hösbacher Bürgermeister eine Umzugsgenehmigung nach Würzburg und dort einen Platz im israelitischen Altersheim beantragt. Auch hatte er sich bereit erklärt, dafür fast 10 000 DM zu hinterlegen [1090]. Aus diesen Plänen wurde nichts. Heinrich (48) musste zusammen mit Paula (44), seinen Kindern Steffi (11) und Harry (3 Jahre und 11 Monate) und mit Paulas Mutter Franziska Lederer (69) am 21. April 1942 über den Bahnhof Goldbach den Weg nach Würzburg antreten. Am 25. April fuhr der Zug dort ab. Zielort war der Bahnhof Krasnystaw im Raum Lublin. Der ca. 15 km lange Weg in das Durchgangs-Ghetto Kraśniczyn musste zu Fuß zurückgelegt werden. Den Sammeltransport ab Würzburg hat niemand überlebt. Heinrich, Paula, Steffi und Harry Löwenthal und Franziska Lederer wurden wahrscheinlich im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Heinrich Löwenthal wurde mit seiner Familie und seiner Schwiegermutter Franziska Lederer am 25.4.1942 nach Kraśniczyn deportiert [1066]. Niemand überlebte [1003, 1005]. Heinrichs Vermögen wurde am 4.1.1943 eingezogen.