Inge Paula Braunschweiger wurde am 17.02.1927 in Hösbach geboren und lebte in Hösbach, Frankfurt am Main, London.
Ihre Eltern waren Braunschweiger Josef (11.06.1900) und Braunschweiger Cäcilie geb. Löwenthal (28.10.1897).
Weitere Angaben aus den Quellen: Inge Braunschweiger war die ältere von zwei Töchtern des Ehepaares Josef und Cäcilia Braunschweiger, das in der Hösbacher Hauptstraße wohnte. Der Vater handelte mit Textilien. Die Großeltern lebten im Nachbarhaus, wo ihr Großvater Viehhandel betrieb. Nach dem Bericht ihrer Schwester Nora hatten sie eine idyllische Kindheit. Dies änderte sich durch ein einschneidendes Erlebnis Ende 1937 oder Anfang 1938, als ihr Vater wegen seines unerschrockenen Auftretens von jungen Nazis aus dem Nachbarort verschleppt wurde und erst nach Tagen wieder auftauchte. Daraufhin entschlossen sich ihre Eltern, nach Frankfurt zu ziehen. Dort konnten die Kinder weiter die Schule besuchen, die sich im gleichen Gebäude befand. Als aber auch dort die Situation immer beklemmender wurde, beschlossen die Eltern, sie und ihre Schwester mit einem Kindertransport nach London fahren zu lassen. Die beiden Schwestern sahen ihre Eltern und ihre anderen Verwandten, die mittlerweile ebenfalls in Frankfurt lebten oder leben mussten, nach dem Abschied auf dem Frankfurter Hauptbahnhof nie wieder [1066,1156]. In England war sie mit ihrer Schwester in wechselnden Haushalten untergebracht, wo es ihnen - immerhin in Sicherheit - nicht gut erging. 1940, mit stärker werdenden deutschen Luftangriffen wurden sie aufs Land evakuiert und voneinander getrennt. Nach dem Krieg gelang es Inge durch Sparsamkeit und unermüdliches Lernen, eines der sehr raren Stipendien einer jüdischen Organisation zu bekommen, sodass sie in Edinburgh Augenmedizin bzw. ein damit verwandtes Fach studieren konnte. Sie lernte dort einen Medizinstudenten aus Trinidad kennen, dem sie nach Trinidad, damals noch eine englische Kolonie, folgte. Er brachte sie dort auf brutale Weise um. Nach der Erzählung ihrer Schwester hatte sie noch vorgehabt, sich wegen schlechter Behandlung wieder von ihm zu trennen und zu dem einzigen überlebenden Cousin nach New York zu ziehen [1066].