Josef Braunschweiger wurde am 11.06.1900 in Burghaun geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Burghaun, Hösbach, Frankfurt am Main, Minsk, unbekannt (Holocaust). Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Seine Eltern waren Braunschweiger Daniel (ca.1861) und Braunschweiger Paula geb. Stern.
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Braunschweiger Cäcilie geb. Löwenthal, die Ehe wurde am 10.08.1925 in Hösbach geschlossen.
Seine Kinder waren Braunschweiger Inge Paula (17.02.1927) und Danzig Nora geb. Braunschweiger (30.04.1930–17.12.2014).
Er verstarb in unbekannt (Holocaust).
Weitere Angaben aus den Quellen: Josef Braunschweiger stammte aus Burghaun. Seine Eltern waren der Handelmann Daniel Braunschweiger und seine Frau Paula, geb. Stern. Bei der Heirat mit Cäcilie Löwenthal zog Josef nach Hösbach. Sein Vater und der Brautvater Leopold Löwenthal waren Trauzeugen [1101]. Aus der Ehe gingen zwei Mädchen hervor, Inge und Nora. Josef Braunschweiger betrieb Viehhandel und ein kleineres Manufakturwarengeschäft. Mit einem Motorrad fuhr er zu Kunden bzw. Geschäftspartnern. Später schaffte er sich dafür ein Auto an, in der damaligen Zeit etwas ganz Besonderes. Wie viele Hösbacher Juden war er Mitglied im Jüdischen Turn- und Sportverein Aschaffenburg. Vor 1933 galt er als Anhänger der KPD [1156]. Die Familie fühlte sich wie alle anderen Juden in Hösbach anerkannt und geachtet. Allerdings hat es lt. Noras Bericht im Nachbarort Menschen gegeben, die Juden hassten. Etwa Ende 1937 oder Anfang 1938 seien von dort Nazis auf einem LkW vor ihrem Haus vorgefahren, die schreckliche Lieder gesungen hätten. Weil ihr Vater Josef auf die Straße gegangen sei und sie zurecht gewiesen habe, seien sie danach wiedergekommen und hätten ihn abgeholt. Erst Tage später sei er wieder aufgetaucht. Wegen angeblichen Verstoßes gegen das Heimtückegesetz war er am 20.4.1938 festgenommen worden [1156]. Wegen angeblichen Betruges war er bereits zu einer Woche Gefängnis und wegen angeblicher Zuwiderhandlung gegen das bayrische Pflanzenschutzgesetz zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden [1156]. Die Tochter Nora führt weiter aus: Nach der Gewaltanwendung durch die Nazis aus dem Nachbardorf hätten sich die Eltern entschlossen, in den Schutz einer Großstadt, nach Frankfurt in die Hebelstraße 13 zu ziehen. Doch dort war die Not groß, weil ihnen die Nazis alles weggenommen hatten und weil keine Verdienstmöglichkeit bestand. Josef konnte lediglich mithilfe eines kleinen Handrollers kleine Möbeltransporte ausführen und sich damit etwas verdienen. Er hatte noch geplant, mit seiner Familie nach Südamerika auszuwandern, wo sein Bruder lebte. Die Verträge seien lt. Nora schon unterschriftsreif gewesen. Doch diese Pläne wurden zunichte, als der Bruder plötzlich erkrankte und starb. Daraufhin beschlossen Josef und seine Frau, die beiden Töchter mit einem Kindertransport nach London ausreisen zu lassen. Das geschah gegen zunächst großen Widerstand der jüngeren Tochter. Über das rote Kreuz konnten die Eltern ihren Kindern noch kurze, zensierte Textnachrichten und auch Päckchen von dem Wenigen, das sie hatten, nach London zukommen lassen. In die Frankfurter Wohnung zogen auch die beiden Schwägerinnen Nanni Katz und Recha Weichsel mit Mann David Weichsel und Sohn Herbert. Eine weitere Schwester seiner Frau, Else Metzger, zog in die Brentanostraße. Schwiegervater Leopold wohnte im Hermesweg. Am 12.11.1941 wurden Josef Braunschweiger, seine Frau, seine drei Schwägerinnen, Schwager David und Neffe Herbert von Frankfurt aus nach Kraśniczyn deportiert. Josefs Schwiegervater Leopold blieb zunächst als Einziger aus der Familie zurück. Alle kamen in der Shoa um.