Cäcilie Braunschweiger geb. Löwenthal (1897)

Cäcilie Braunschweiger geb. Löwenthal wurde am 28.10.1897 in Hösbach geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Hösbach, Frankfurt am Main, Minsk, unbekannt (Holocaust). Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Ihre Eltern waren Löwenthal Leopold (19.06.1863) und Löwenthal Bertha geb. Neumann (17.10.1867–03.11.1936).

Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Braunschweiger Josef, die Ehe wurde am 10.08.1925 in Hösbach geschlossen.

Ihre Kinder waren Braunschweiger Inge Paula (17.02.1927) und Danzig Nora geb. Braunschweiger (30.04.1930–17.12.2014).

Sie verstarb in unbekannt (Holocaust).

Weitere Angaben aus den Quellen: Cäcilie war die jüngste von vier Töchtern von Leopold und Bertha Löwenthal in Hösbach. Während ihre älteren Schwestern nach auswärts heirateten, zog ihr Mann Josef Braunschweiger bei der Hochzeit nach Hösbach. Ihr Vater und ihr Schwiegervater waren Trauzeugen [1101]. Aus der Ehe gingen zwei Töchter, Inge Braunschweiger und Nora Danzig hervor. Ihr Mann Josef handelte mit Textilien und war dazu mit dem Motorrad, später sogar mit einem Auto unterwegs. Sie war mit ihrer Familie nach Aussagen ihrer überlebenden Tochter Nora Danzig angesehen und geachtet. Nachteile oder gar Verfolgung hatte sie nicht zu befürchten. Dies änderte sich durch ein einschneidendes Erlebnis Ende 1937 oder Anfang 1938, als ihr Mann Josef wegen seines unerschrockenen Auftretens gegen pöbelnde junge Nazis aus dem Nachbarort von ihnen verschleppt wurde und erst nach Tagen wieder freikam. Daraufhin zogen sie nach Frankfurt, in den Schutz einer Großstadt. Als auch dort die Situation immer beklemmender wurde, beschloss sie mit ihrem Mann, die beiden Töchter mit einem Kindertransport nach London ausreisen zu lassen. Über das rote Kreuz konnte sie ihren Töchtern noch kurze, zensierte Textnachrichten und auch Päckchen von dem Wenigen, das sie hatten, nach London zukommen lassen. In die Frankfurter Wohnung zogen auch ihre beiden Schwestern Nanni Katz und Recha Weichsel mit Mann David Weichsel und Sohn Herbert. Eine weitere Schwester, Else Metzger, zog ins Frankfurter Westend, in die Brentanostraße. Ihr Vater Leopold wohnte im Hermesweg. Am 12.11.1941 wurden Cäcilie Braunschweiger, ihr Mann, ihre drei Schwestern, ihr Schwager David und ihr Neffe Herbert nach Minsk deportiert. Ihr alter Vater Leopold blieb in einer anderen Frankfurter Wohnung zunächst als Einziger aus der Familie zurück. Er wurde im August 1942 abgeholt. Alle kamen in der Shoa um. Cäcilie Braunschweiger wurde am 6.8.1954 vom Amtsgericht Frankfurt/Main mit Datum 31.12.1945 für tot erklärt [1101].

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.