Franziska Lederer geb. Katz wurde am 13.09.1872 in Marköbel geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Marköbel, Hösbach, Krasniczyn, Raum Lublin, Gladenbach. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Ihre Eltern waren Katz Salomon und Katz Karolina, Karolina, Caroline geb. Lichtenstein.
Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Lederer Simon, die Ehe wurde am 30.11.1896 in Marköbel geschlossen.
Ihre Kinder waren Lederer Berthold, Bertold (11.11.1900), Löwenthal Paula geb. Lederer (17.09.1897–1942) und Lederer Julius (28.05.1899).
Sie starb am 1942 in Raum Lublin.
Weitere Angaben aus den Quellen: Franziska Lederer floh ca. 1935 nach Pogromen in ihrem Heimatort Gladenbach mit ihrem Mann Simon Lederer zur Familie ihrer Tochter Paula Löwenthal nach Hösbach. Ihr Mann starb dort im August 1938. Sie hatten sich dort aufgehalten, obwohl die Gemeinde Hösbach ihnen den Zuzug zunächst verweigert hatte [1156]. Auf der Meldekarte [1103] ist für Franziska allerdings ab 25.09.1939 die neue Adresse Schöllkrippenerstr. 9 in Hösbach angegeben. Offensichtlich war dann ihrem Umzugsgesuch stattgegeben worden. Zeitweilig hielt sich ihr Sohn Berthold Lederer bei ihr auf, der ebenfalls aus Gladenbach geflohen war und dem es gelang, nach England auszuwandern. An dem neuen Wohnort geriet Franziska ins engere Visier der Gestapo. Sie wurde am 9.5.1941 in der Dienststelle Aschaffenburg verhört, weil sie in einem (von der Gestapo geöffneten) Brief an ihre in USA bzw. Kanada lebenden Söhne Julius und Berthold Lederer geschrieben hatte, >diese Menschen sind unverbesserlich, es hört alles mal auf, so auch das Leben mit diesen Menschen<. Während des Verhöres hatte sie sich - offenbar mit Erfolg - gegen den Vorwurf einer >bezeichnenden Einstellung< gewehrt, indem sie angab, damit ihren Schwiegersohn Heinrich und seine mit im Haus lebende Tante Emma Löwenthal gemeint zu haben. Außerdem wurde ihr vorgeworfen, mit diesem Brief `Schriftverkehr mit im Feindesland lebenden Personen` geführt zu haben. Sie hatte nämlich dem Brief, der an Julius in Detroit adressiert war, einen Brief an Berthold in Kanada beigefügt. Kanada befand sich zu diesem Zeitpunkt im Gegensatz zu den USA bereits im Krieg gegen Deutschland. Sie wurde deshalb verwarnt. Als feststand, dass die Familie ohne sie >evakuiert< (so der verharmlosende NS-Sprachgebrauch) werden sollte, meldete sie sich freiwillig zu dem Transport. Sie wollte unbedingt mit der Familie zusammen bleiben. Sie bat in dem Antrag >höflichst, ihrem Wunsche stattzugeben<. Dazu reichte sie ein von Dr. Gustav Scheiber, Hösbach, ausgestelltes Zeugnis ihrer Rüstigkeit und körperlichen Gesundheit ein. So wurde sie am 25. April 1942 gemeinsam mit der Familie nach Kraśniczyn deportiert und wahrscheinlich im Vernichtungslager Sobibor ermordet [1156].