Hermann Haas wurde am 21.07.1895 in Oberelsbach geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Oberelsbach, Bad Neustadt, Krasniczyn, Raum Lublin. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Haas Selma geb. Goldner, die Ehe wurde am 29.6.1925 in Gersfeld geschlossen.
Sein Kind war Haas Albert (01.08.1926–1942).
Er starb am 1942 in Raum Lublin.
Weitere Angaben aus den Quellen: Hermann Haas war der Sohn des Viehhändler Salomon Haas (geb. 08.06.1862, verst. 17.01.1932 jeweils in Oberelsbach) und seiner Frau Rosalia, eine geborene Oppenheimer, die am 27. November 1867 in Maroldsweisach zur Welt kam. Wie seine Vorfahren wuchs Hermann in Oberelsbach auf und lebte im damaligen Haus Nr. 183. Das Gebäude steht heute nicht mehr und war oberhalb des Anwesens Steingasse 4/6 in Oberelsbach zu finden. Hier ist heute ein freier Platz. Nach dem Schulbesuch lernte er den Beruf des Metzgers. Hermann musste, wie sein Zwillingsbruder Karl, am 1. Weltkrieg teilnehmen. Der Eintritt erfolgte am 19. Juli 1915 und er wurde – wohl aufgrund seines Berufes – im Januar 1916 dem bayer. Pferdelazarett 11 zugeordnet. In der Schlacht bei Verdun vom 4. März bis 18. April 1916 war er ebenso eingesetzt wie bei intensiven Kämpfen vom 17. Juni bis 10. Juli 1916. Am 25. Oktober 1918 kam er zu einer Krankensammelstelle und wurde bereits am 7. November einer neuen Abteilung zugeordnet. Als Auszeichnung erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse. Hermann zog am 10. Juli 1925 von Oberelsbach nach Neustadt a. d. S. und wohnte ab April 1926 in der Haus Nr. 188 (= Schuhmarktstr. 5). Bereits am 29. Juni 1925 heiratete er in Gersfeld seine Frau Selma, eine geborene Goldner (geb. 14.05.1902 Gersfeld). Das Paar kaufte laut Vertrag vom 19. April 1926 zu je ½ Miteigentum von Sigmund Franken und Erben das Anwesen in der Schuhmarktstr. 5, in dem sie bis zu ihrer Deportation wohnten. Ihr gemeinsamer Sohn Albert wurde am 1. August des gleichen Jahres geboren. Hermann Haas betrieb einen Viehhandel, den er am 15. Dezember 1938 abmelden musste. Das Grundstück mit dem Wohnhaus wurde laut Vertrag vom 9. Juni 1939 an die Villsche Altenstiftung verkauft. Sohn Albert ging am 20. April 1941 von Bad Neustadt nach München, um dort das IKG Lehrlingsheim in der Hohenzollernstr. 4 zu besuchen. Sein Arbeitsbuch wurde in München ausgestellt und wies ihn als Schlosserlehrling aus. Von dort kam er Anfang November 1941 wieder nach Neustadt ins Elternhaus zurück. Die Familie musste mit weiteren 42 Neustädtern und vielen anderen aus der Region am 22. April 1942 nach Würzburg umsiedeln. Bei der Durchsuchung im Platz’schen Garten wurden ihnen 3 Löffel abgenommen. Drei Tage später erfolgte die Deportation nach Krasnystaw, von wo aus sie rund 15 Kilometer in das Lager Krasnyczin laufen mussten. Sie wurden dort oder im Raum Lublin ermordet. Ein exaktes Todesdatum ist nicht bekannt. Hermann Haas, seine Frau Selma und der Sohn Albert wurden durch Beschluss des Amtsgerichts Bad Neustadt vom 20. Oktober 1953 für tot erklärt. Hermanns Zwillingsbruder Karl und dessen Ehefrau Hella, geb. Schneider (geb. 05.05.1910 Essen), waren in Essen wohnhaft und wurden am 22. April 1942 von Düsseldorf nach Izbica deportiert. Seine Schwester, die ebenfalls den Vornamen Selma trug (geb. 11.03.1893 Oberelsbach), wohnte mit der Mutter in Oberelsbach. Sie wurde mit anderen Oberelsbachern am selben Tag ebenfalls über Bad Neustadt und Würzburg nach Krasnystaw, das heißt nach Krasnyczin, deportiert und dort im Raum Lublin ermordet. Die Mutter Rosalia Haas kam im Juni 1942 von Oberelsbach nach Würzburg in das Heim Dürerstr. 20. Sie wurde von hier aus am 10. September 1942 ab Nürnberg in das Ghetto Theresienstadt deportiert und verstarb dort am 22. Juli 1944. Quelle: Seite "Wir wollen uns erinnern", dort angegeben: Standesamt Oberelsbach; Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Abteilung IV Kriegsarchiv, Kriegstammrollen; Reiner Strätz, Biographaphisches Handbuch Würzburger Juden, S. 691 (bezgl. der Mutter); Stadtarchiv Bad Neustadt a.d.S.; Stadtarchiv München; Herbert Schultheis, Juden in Mainfranken 1933 – 1945, S. 453; Staatsarchiv Würzburg, Kataster Umschreibhefte und Gestapostelle 18876.