Isaak Bravmann (1882 - 1942)

Isaak Bravmann wurde am 27.03.1882 in Unteraltertheim (Altertheim) geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Unteraltertheim, Obbach, Würzburg, Krasniczyn, Raum Lublin. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Bravmann Nelka geb. Schloß.

Seine Kinder waren Bravmann Sigbert (04.03.1927–1942) und Bravmann Rita (05.06.1923–1942).

Er starb am 1942 in Raum Lublin.

Weitere Angaben aus den Quellen: Isaak Bravmann war der Sohn des Handelsmannes Salomon Bravmann und seiner Frau Nanny, geb. Neumark, aus Unteraltertheim. Die Bravmanns waren seit Generationen dort ansässig. Isaak war Viehhändler und zog anlässlich seiner Hochzeit mit Nelka Schloß im Mai 1911 an deren Geburtsort Obbach. Der älteste Sohn Nathan wurde im März 1912 geboren, war im Geschäft tätig und verstarb im April 1937, im Alter von nur 25 Jahren. Ein weiterer Sohn, geb. Juli 1914, starb am Tag der Geburt und das Schwesterchen Elsa wurde nicht einmal drei Jahre alt. Des weiteren kamen im Juni 1923 Tochter Rita und im März 1927 Sohn Sigbert zur Welt. Beide wurden mit den Eltern deportiert. Mit seinem Schwager Moses Schloß betrieb Isaak einen Schnitt- und Kolonialwarenhandel mit Schuhwaren und belieferte Kissinger Dörfer. Beide Geschäfte seien in einem Haus gewesen, wobei Moses Schloß den Schnittwarenhandel (= Stoffe) führte. Isaak Bravmann soll auch noch Landwirtschaft betrieben haben. Bei seiner Deportation ist als Berufsbezeichnung allerdings Metzger angegeben. Am 10. November 1938 sollen alle jüdischen Männer von auswärtigen Parteiangehörigen auf das Rathaus gebracht worden sein. Nach Einbruch der Dunkelheit seien sämtliche Wohnungen der Juden demoliert worden. Seit dem Jahre 1935 und bis zu deren Ende war Isaak Bravmann der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde. Vor dem Abtransport übergab er den Synagogenschmuck dem damaligen Bürgermeister zur Aufbewahrung. Dieser händigte ihn im Jahre 1945 dem überlebenden Obbacher Siegfried Ramsfelder aus. Am 22. April 1942 kam Isaak mit seiner Frau, den Kindern Rita und Sigbert und zusammen mit weiteren Verwandten nach Würzburg. Bei der Durchsuchung im Platz'schen Garten wurden dem Ehepaar Bravmann 10 Esslöffel und 10 Kaffeelöffel, 1 Zuckerzange, 1 Salzfass und 1 Becher abgenommen. Drei Tage später wurden sie nach Krasnystaw deportiert, mussten fünfzehn Kilometer zu Fuß nach Krasniczyn laufen und wurden in einem der Lager im Raum Lublin ermordet. Isaak Bravmann war für diesen Transport als Ordner für die 30 zu deportierenden Personen aus Obbach und einer Frau aus Würzburg eingeteilt. Diese war Ida Frank, eine geborene Schlorch, ursprünglich aus Obbach. Seine Tochter Rita hatte die Aufgabe, die Kinder des Transportes mit zu betreuen.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.