Nelka Bravmann geb. Schloß (1879 - 1942)

Nelka Bravmann geb. Schloß wurde am 20.12.1879 in Obbach (Euerbach) geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Obbach, Würzburg, Krasniczyn, Raum Lublin. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Bravmann Isaak.

Ihre Kinder waren Bravmann Sigbert (04.03.1927–1942) und Bravmann Rita (05.06.1923–1942).

Sie starb am 1942 in Raum Lublin.

Weitere Angaben aus den Quellen: Nelka Bravmann war die Tochter des Schnittwarenhändlers Nathan Schloß und seiner Frau Babette, geb. Ehrlich. Die Familie lebte schon seit Generationen in Obbach. Nelka Bravmann heiratete im Mai 1911 in Obbach ihren Mann Isaak. Der älteste Sohn Nathan wurde im März 1912 geboren, war im Geschäft tätig und verstarb im April 1937, im Alter von nur 25 Jahren. Ein weiterer Sohn, (geb. Juli 1914), starb am Tag der Geburt und das Schwesterchen Elsa wurde nicht einmal drei Jahre alt. Ihre Tochter Rita kam im Juni 1923 und Sohn Sigbert im März 1927 zur Welt. Beide wurden mit den Eltern deportiert. Nelkas Mann betrieb zusammen mit seinem Schwager Moses Schloß einen Schnitt- und Kolonialwarenhandel mit Schuhwaren und belieferte Kissinger Dörfer. Beide Geschäfte seien in einem Haus gewesen, wobei Moses Schloß den Schnittwarenhandel (= Stoffe) führte. Ihr Mann soll auch noch Landwirtschaft betrieben haben. Im Jahre 1935 war Isaak Bravmann der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde und war dies vermutlich bis zu deren Ende. Am 22. April 1942 kam sie mit ihrem Mann, den Kindern Rita und Sigbert und zusammen mit den Verwandten nach Würzburg. Bei der Durchsuchung im Platz'schen Garten wurden dem Ehepaar Bravmann 10 Esslöffel und 10 Kaffeelöffel, 1 Zuckerzange, 1 Salzfass und 1 Becher abgenommen. Drei Tage später wurden sie nach Krasnystaw deportiert, mussten fünfzehn Kilometer nach Krasniczyn laufen und wurden in einem der Lager im Raum Lublin ermordet. Für den Transport war Nelkas Mann als Ordner für die 30 zu deportierenden Personen aus Obbach und einer Frau aus Würzburg eingeteilt. Dies war Ida Frank, eine geborene Schlorch, ebenfalls aus Obbach. Ihre Tochter Rita hatte die Aufgabe, die Kinder des Transportes mit zu betreuen. Quellen/Auskunfteien: Staatsarchiv Würzburg, Gestapostelle 18876 u. 18877; Materialsammlung Pfarrer Paul Geißendörfer (Jan.1969); Auskunft von Herrn R.Rupprecht (06.04.2011).

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.