Siegfried Solinger wurde am 29.05.1884 in Goldbach geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Goldbach, Aschaffenburg, Würzburg, KZ Auschwitz. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Seine Eltern waren Solinger David (16.10.1850–31.12.1916) und Solinger Mina geb. Furchheimer (20.03.1850–01.12.1927).
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Solinger Elsa geb. Solinger, die Ehe wurde am 01.06.1911 in Aschaffenburg geschlossen.
Seine Kinder waren Solinger Heinz (03.05.1918), Solinger NN (23.03.1912–23.03.1912), Solinger Lotte (26.01.1925–1943) und Solinger Walter Friedrich (30.05.1914–27.03.1916).
Er starb am 1943 in KZ Auschwitz.
Weitere Angaben aus den Quellen: Der Kaufmann Siegfried Solinger war das fünfte Kind des Viehhändlers David Solinger und Mina, geborene Furchheimer, aus Goldbach. [1003] [1052] [1092] Er kam erstmals 1893 nach Aschaffenburg. [1052] Am 1. Juni 1911 heiratete er in Aschaffenburg Elsa Solinger. [1073] Trauzeugen waren sein Vater David Solinger und sein Bruder Max Solinger. [1073] Aus der Ehe gingen die Kinder Walter Friedrich, Heinz und Lotte hervor. [1052] Das erste Kind, ein Mädchen, war am 23. März 1912 tot geboren worden. [1072] Vom 15. August 1914 bis zum 11. November 1918 nahm Siegfried Solinger als Gefreiter an verschiedenen Schlachten und Stellungskämpfen am 1. Weltkrieg teil. Von Juni 1927 bis Februar 1928 wohnte Mina Haas bei Siegfried Solinger in der Fabrikstr. 14. [1052] Die Notiz in Bemerkung lautet: ansässig fol. 252.[1001] Auf S. 252 steht in Bemerkung: Eltern fol. 199. M(it) B(eschluß) vom 12. Mai 1911 No. 789 Bürgerrechtsbeschl. v. 17.Nov.1910. [1001] Am 18. April 1935 wurde ihm durch den Stadtrat von Aschaffenburg das Ehrenkreuz für Frontkämpfer verliehen. Er war außerdem Träger des Eisernen Kreuzes 2II. Klasse und der Dinstauszeichnung 3. Klasse. [1046] Am 6. Dezember 1938 hat er den zusätzlichen (Zwangs-)Vornamen "Israel" angenommen. Dies wurde am 28. März 1951 für unwirksam erklärt. [1092] Am 26. März 1942 richtete das Lenkradwerk Gustav Petri in Aschaffenburg, bei dem Siegfried seit 20. Oktober 1941 mit zwei anderen Juden als Hilfsarbeiter eingesetzt war, ein Gesuch an die Gestapo Würzburg, `die drei Juden (Anm.: Otto Strauß, Emil Goldschmitt, Siegfried Solinger) bei uns belassen zu wollen`. Grund sei sei der Arbeitskräftemangel durch Einzug zur Wehrmacht. Darauf am am 27. März 1942 folgender Vermerk in den Gestapoakten, der wahrscheinlich - wie in einem anderen Fall - `fernmündlich` dem Oberbürgermeister mitgeteilt wurde: `Dem Gesuch kann nicht stattgegeben werden`. Jedoch am 14. April 1942 wurde in einer StaPo-Notiz festgehalten, dass `der Jude Solinger an Lungenzündung erkrankt und deshalb nicht transportfähig ist und mit seiner Familie nicht in die Evakuierungsliste aufgenommen werden konnte`. [1090] Siegfried Solinger, seine Ehefrau Else und seine Tochter Lotte wurden von dieser Liste gestrichen. [1066] Im Oktober 1942 mussten sie in das Sammelquartier Bibrastr. 6 in Würzburg umziehen. Sie wurden am 17. Juni 1943 von dort über Nürnberg in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und wahrscheinlich sofort ermordet. Am 26. März 1954 wurde Siegfried Solinger rechtskräftig für tot erklärt. Der Zeitpunkt des Todes wurde auf den 31. Dezember 1945 festgelegt. [1092].