Max Schlorch (1886 - 1942)

Max Schlorch wurde am 08.04.1886 in Obbach (Euerbach) geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Obbach, Würzburg, Schweinfurt, Krasniczyn, Raum Lublin. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Schlorch Gerson (um 1850) und Schlorch Lina (Karolina) geb. Silbermann (um 1855).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Schlorch Recha geb. Haas, die Ehe wurde am 23.3.1913 in Sennfeld geschlossen.

Sein Kind war Schlorch Hasso Herbert (04.12.1921–1942).

Er starb am 1942 in Raum Lublin.

Weitere Angaben aus den Quellen: Max Schlorch war der Sohn des Getreidehändlers und Bäckers Gerson Schlorch und dessen Frau Lina. Er kam wie seine fünf Geschwister in Obbach zur Welt. Die Familie war dort alteingesessen. Max war fast 13 Jahre alt, als sein Vater starb. Er konnte aber noch zu Hause in Obbach das Bäckerhandwerk erlernen und heiratete im März 1913 in Sennfeld die Bäckerstochter Recha Haas aus Bad Homburg. Zuvor war es ihm möglich, in seinem Wohnhaus in der Theresienstraße 24 eine eigene Bäckerei zu gründen. Obwohl die Eltern bereits in Schweinfurt ansässig waren, kam Tochter Liselotte im August 1914 in Obbach zur Welt. Sie zog im Dezember 1938 nach München und im Mai 1939 war sie dort noch wohnhaft. Ihr gelang die Ausreise in die USA (Kalifornien). Sohn Herbert kam im Dezember 1921 in Schweinfurt zur Welt. Max Schlorch diente vier Jahre im Ersten Weltkrieg und bekam mehrere Abzeichen für seine militärischen Dienste. Am 10. November 1938 wurde er festgenommen, zwei Tage später als lager- und arbeitsfähig eingestuft und ins KZ Dachau verschleppt. Die Familie musste erleben, wie vom Standartenführer Kuhr und seinen Leuten in Zivil die Scheiben des Geschäfts zerschlagen, Mehlsäcke herausgeschleppt und der Inhalt auf die Straße gestreut wurde. Auch Brote und aufgeschlitzte Mehlsäcke waren zu sehen und eine Menschenmenge, die herumstand. Seine Entlassung aus dem Konzentrationslager war am 13. Dezember 1938, zwei Tage später meldete er sein Geschäft ab. Emigrationsbemühungen nach Nordamerika scheiterten. Das Ehepaar und Sohn Herbert wurden gezwungen, im Januar 1941 in den Albrecht-Dürer-Platz 5 umzuziehen. Am 22. April 1942 kamen sie nach Würzburg und wurden von dort drei Tage später nach Krasniczyn deportiert und im Raum Lublin ermordet. Die Schwestern Ida Frank und Luise Fleischmann sowie die Brüder Emil und Arnold Schlorch befanden sich, meist mit ihren Familien, in diesem Transport. Auch Max andere Geschwister, Selma und Semi Schlorch, wurden Opfer der Shoa.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.