Wilhelm Schwabacher wurde am 26.04.1869 in Würzburg geboren und lebte in Würzburg.
Seine Eltern waren Schwabacher Adolf (26.12.1839–03.01.1924) und Schwabacher Babette geb. Süßer (17.10.1843–12.01.1922).
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Schwabacher Anna geb. Holzinger, die Ehe wurde am 1896 in Nürnberg geschlossen.
Seine Kinder waren Schwabacher Paul (15.05.1901–01.09.1957) und Schwabacher Albert W. (28.12.1896–05.03.1982).
Er starb am 12.01.1942 in Würzburg.
Weitere Angaben aus den Quellen: Mühlenbesitzer, Kaufmann. Wilhelm Schwabacher wuchs als ältestes Kind in der großen Familie des Müllers und Unternehmers Adolf Schwabacher und seiner Frau Babette in der Würzburger Bohnesmühle auf, Nach einer Höheren Schulbildung leistete er 1888 seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger. Um diese Zeit trat er (nach einer Ausbildung in Mannheim?) in die väterliche Firma "A. Schwabacher" ein. 1896 erhielt er das Heimat-, 1899 das Bürgerrecht der Stadt Würzburg. Wilhelm übernahm, erwarb 1906 den Betrieb, den er als Alleininhaber, später mit seinen Söhnen Albert und Paul führte. Ehrenamt: Mitglied Turnverein 1873 Würzburg, Polytechnischer Zentralverein (im Vorstand?), Gabelsberger-Stenographenverein (Mitbegründer). Vorstandsmitglied der Jüd. Volksschule Würzburg (Isr. Unterrichts- u. Erziehungsanstalt). Wilhelm Schwabacher führte den politischen Stammtisch seines Vaters fort und engagierte sich wie dieser für den Ausbau der Kettenschiffahrt auf dem Main und die Planung des Neuen Hafens in Würzburg. Er errichtete 1916 auf Betreiben der Heeresleitung eine Haferflockenfabrik in Kitzingen, die er nach dem Krieg verkaufte. Der geplante Neubau einer Mühle im Neuen Hafen scheiterte an seinen Inflationsverlusten. Liberaler Kommunalpolitiker; im Dezember 1914 zum Ersatzmann der Vereinigten Liberalen im Gemeindekollegium gewählt; 1919 Stadtratskandidat der Deutschen Demokratischen Partei. Wilhelm Schwabacher sicherte 1922 mit rund 20 anderen führenden Geschäftsleuten durch eine Bürgschaft die Kohlenversorgung der Stadt ab. Er trat auch als Mäzen hervor (Schenkung an das Luitpold-Museum Würzburg). 1923 Mitglied der Preisprüfungs-Kommission beim Stadtrat Würzburg. Mitglied Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold (ab 1924). NS-Zeit: Mitglied im Kulturbund Deutscher Juden Würzburg. Januar 1937 "Arisierung" seiner Firma. Im Oktober 1941 "Verkauf" seines Grundstücks im Villenviertel Steinbachtal an einen SA-Führer (auf Wunsch des Gauleiters). Nach der Emigration seiner Söhne blieb Wilhelm Schwabacher mit seiner Frau Anna in Würzburg zurück; zuletzt war er mit seiner Frau wohl im "Judenhaus" Domerschulstraße 25 untergebracht. Er verstarb Anfang 1942 an einem Schlaganfall; [1016] seine Witwe wurde im September des Jahres nach Theresienstadt deportiert.