Justin (Denny J.) Zeilberger (1896 - 1945)

Justin (Denny J.) Zeilberger wurde am 17.07.1896 in Ermershausen geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Würzburg, Ermershausen, Frankfurt am Main, Riga-Jungfernhof, KZ Stutthof. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Zeilberger Karl (1852) und Zeilberger Veronika geb. Steinhardt (1857).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Zeilberger Lilly (Lea) geb. Keller, die Ehe wurde am 1925 geschlossen.

Seine Kinder waren Zeilberger Fred (Alfred) David (16.12.1929–14.12.2025) und Zeilberger Ilse (29.08.1927–Okt. 1944).

Er starb am 1945 in Stutthof.

Weitere Angaben aus den Quellen: Der Schneidermeister Justin Denny Zeilberger wurde 1896 wie sein dreizehn Jahre älterer Bruder Heinrich als Sohn des Kaufmann Karl Zeilberger und seiner Frau Veronika, geb. Steinhardt, in Ermershausen geboren. Er besuchte die Volksschule und machte ab 1910 eine Lehre im Betrieb Gebr. Nußbaum in Würzburg, wo er im April 1913 seine Gesellenprüfung ablegte. Anschließend arbeitete er in Frankfurt am Main. Ab 1916 war er Kriegsteilnehmer. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte er nach Frankfurt zurück. Im März 1922 legte er seine Meisterprüfung ab und zog danach nach Würzburg. Hier machte er sich wenig später als Herrenschneider selbstständig. Im Jahr 1925 heiratete er Lilly Keller, mit der er die beiden Kinder Ilse und Alfred bekam. Justin war Anhänger der Deutschen Demokratischen Partei. Im Novemberpogrom 1938 wurde er festgenommen und am 2. Januar 1939 aus dem KZ Buchenwald entlassen. Wie viele andere jüdische Bürger litt auch Justin Zeilberger unter den Schikanen des NS-Regimes und musste im Dezember 1939 seinen Betrieb schließen, den er mit nichtjüdischen Gehilfen führte. Im Mai 1939 versuchte er über Kuba in die USA zu emigrieren, doch diese Bemühungen blieben erfolglos. Im Gegensatz zu ihm konnte sein Bruder, der 1937 nach Frankfurt a. M. gezogen war, vermutlich von dort aus emigrieren. Zuletzt war Justin bei der jüdischen Gemeinde mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt. [1016][1003][1057][1078] Am 27. November 1941 wurde Justin Zeilberger zusammen mit seiner Familie nach Riga deportiert. Er kam mit ihr in das Lager Jungfernhof, danach ins Ghetto Riga und Ende September 1944 ins KZ Stutthof bei Danzig, wo seine Frau und Tochter ermordet wurden. Zusammen mit seinem Sohn Fred und anderen Häftlingen des Konzentrationslagers wurde er vor der Ankunft der russischen Soldaten auf einen Todesmarsch Richtung Westen getrieben. Zwar wurde er befreit, überlebte den Todesmarsch aber nur um eine Woche. Justin Zeilberger starb Anfang 1945. Fred überlebte als einziges Familienmitglied und emigrierte um 1946 in die USA. [1016][1003].

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.