Nanette Bamberger geb. Bamberger (1870 - 1942)

Nanette Bamberger geb. Bamberger wurde am 30.01.1870 in Bad Kissingen geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Bad Kissingen, Krasniczyn, Raum Lublin, Frankfurt am Main, Schrimm. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Bamberger Seckel.

Ihre Kinder waren Bamberger Adelaide, Bamberger Moshe Aryeh geb. Moses Löb (03.12.1902–1960), Bamberger Kela, Kehla, Kehla, Kela (04.01.1893–1942), Bamberger Seligmann Bär (20.01.1896–1970, April 1970) und Bamberger Simon (Simcha) (27.12.1899–03.10.1957).

Sie starb am 1942 in Raum Lublin.

Weitere Angaben aus den Quellen: Nannette Bamberger wurde am 30. Januar 1870 in Bad Kissingen geboren. Sie war die Tochter des Kissinger Rabbiners Moses Löb Bamberger (1838-1899) und der Rabbinertochter Sara Ettlinger (1842-1871). Nannette heiratete ihren Cousin, den Rabbiner Dr. Seckel Bamberger. Das Ehepaar Bamberger hatte sieben Kinder, wovon zwei Söhne die Familientradition als Rabbiner in Stuttgart und Mainz fortsetzten. Zusammen mit ihrer Tochter Kehla betrieb Nannette Bamberger in der „Villa Adelaïde“ in der Promenadestraße 5c (heute Nr.17), schräg gegenüber dem jüdischen Gemeindehaus und der Synagoge, eine Pension. Das großzügige Haus, das nach ihrer Schwiegermutter benannt worden war, hatte die Familie im Jahr 1908 selbst erbaut. Etwa 1920 gab sie mit ihrem Cousin Simon Unna (1864-1931) ein originelles biblisches Quartettspiel im Selbstverlag heraus. Mit dem Quartettspiel, das „gehaltvolle Sätze aus der heiligen Schrift, die meist sittliche Lehren enthalten“, bot, versuchten sie auf spielerische Weise „das ‚Buch der Bücher’ der heranwachsenden Jugend näher zu bringen“, wie es im Begleittext hieß. Als Nannette Bamberger ihre Tochter Adelaide und deren Familie im Jahr 1938 noch vor der Pogromnacht in Palästina besuchte, drängten die Tochter und deren Ehemann Israel Jutkowski darauf, dass sie nicht mehr nach Deutschland zurückgehen und bei ihnen in Palästina bleiben solle. Aber Nannette Bamberger lehnte mit der Begründung ab, dass sie nur eine Tochter in Palästina, aber sechs Kinder in Deutschland habe. Zudem war sie sich sicher, dass sich die Lage in Deutschland bald wieder normalisieren würde. Die Mutter von Schwiegersohn Israel forderte diesen auf, Nannette Bamberger notfalls mit Gewalt von ihrem Vorhaben abzuhalten, doch war diese fest entschlossen, nach Deutschland zurückzukehren. Erst nach der Pogromnacht und deren Folgen musste sie erkennen, dass sie die Situation völlig falsch eingeschätzt hatte. Während 1939 auch ihre übrigen Kinder emigriert waren (Simon und Iyras nach Palästina, Moses Löb nach England, Sarah in die Niederlande und Seligmann nach Amerika), blieb sie mit ihrer unverheirateten Tochter Kehla in der Heimat. Anfangs war der Pensionsbetrieb der Bambergers im Jahre 1938 zwar noch nicht von der Schließung bedroht, wie sonst die meisten vergleichbaren jüdischen Kureinrichtungen in diesem Jahr. Doch in den folgenden Jahren sah sich Nannette immer mehr den wachsenden Restriktionen des NS-Regimes ausgesetzt. So mussten sie mit Tochter Kehla ihr Haus in der Promenadestraße verlassen und in ein sogenanntes „Judenhaus“ in der Hemmerichstraße ziehen. Am 25. April 1942 wurde Nannette Bamberger mit den meisten anderen in Kissingen verbliebenen Juden über Würzburg nach Krasniczyn deportiert, wo sie den Tod fand. Auch ihre Tochter Kehla wurde am 25.04.1942 nach Polen deportiert und ermordet. Hinweis: Im Gedenkbuch des Bundesarchivs ist der falsche Geburtsname "Guendel" eingetragen. Quelle: Seite "Wir wollen uns erinnern", dort angegeben: Evelyn Bartetzko, Stadtarchiv und Kulturreferat Bad Kissingen.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.