Sigmund Seligsberger wurde am 11.02.1875 in Würzburg geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Würzburg, Berlin, Leipzig, Utrecht, KZ Herzogenbusch, Lager Westerbork, Sobibor. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Seine Eltern waren Seligsberger Bertha geb. Weinberger (Sept. 1837–06.04.1911) und Seligsberger Salomon (30.05.1831–20.06.1888).
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Seligsberger Sara geb. Wolff, die Ehe wurde am 1917 in Würzburg geschlossen.
Seine Kinder waren Seligsberger Ernst Salomon (01.09.1919–30.09.1942) und Seligsberger Leo Elieser (18.12.1920–18.10.1941).
Er starb am 21.05.1943 in Sobibor.
Weitere Angaben aus den Quellen: Kaufmann, Kunsthändler. Sigmund Seligsberger wuchs als zweitjüngstes von sechs Kindern der Kaufmannsfamilie Salomon und Bertha Seligsberger in Würzburg auf. Nach einer höheren Schulbildung leistete er seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger. Nach seiner Berufsausbildung folgte der Eintritt als Teilhaber in das von seiner verwitweten Mutter fortgeführte Antiquitäten- und Möbelhaus Seligsberger. Es entwickelte sich unter seiner Mitleitung mit den Geschwistern Ernestine und Simon, dann Alleinleitung (1931) zur drittgrößten deutschen Firma der Antiquitätenbranche und trug entscheidend zum damaligen Ruf von Würzburg als Stadt des Kunsthandels bei. 1911 erhielt Sigmund das Bürgerrecht der Stadt. 1912 erhielt er den Ehrentitel eines königlich-bayerischen Hoflieferanten. I. Weltkrieg: 1914-1918 Kriegsteilnehmer, -freiwilliger; Unteroffizier, Offiziers-Stellvertreter, Eisernes Kreuz II und andere Auszeichnungen. Ehrenamt: Bis zu seinem Ausschluss 1933 war er Mitglied der Industrie- und Handelskammer Würzburg; Sachverständiger für (Orient-)Teppiche; Handelsrichter. Ortsvorsitzender im Deutschen Möbelverband. Sigmund Seligsberger war führend aktiv im Literaturclub Würzburg und übernahm Leitungsfunktionen in jüd. Gremien. Ab 1920 (?) war er Verwaltungsmitglied der IKG Würzburg (Israelitische Kultusgemeinde). Er führte die kleine, aber als Ausgleichsfaktor zwischen Orthodoxen (orthodoxes Judentum) und Liberalen gewichtige "Mittelpartei - Freie (Isr.) Vereinigung". Ab 1931 (?) dritter Vorsitzender der Kultusverwaltung. Delegierter im Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. 1933/34 Mitglied im Landesbeirat Bayern des jüd. Kulturbundes (Kulturbund Deutscher Juden) (Nachfolger Jacques Mayer). Stellvertretender Vorsitzender Isr. Kranken- und Pfründnerhausstiftung Würzburg; zeitweise Vorsitzender Synagogen-Bauverein Würzburg. NS-Zeit: Wachsender Verfolgungsdruck auf sein Unternehmen. Im Januar 1937 mit der Schwester Ernestine aus der NS-Reichskammer der bildenden Künste ausgeschlossen; Verbot der "Verbreitung von Kulturgut", Anordnung der Liquidation der Firma bis Ende März. (Sie hatte zu dieser Zeit 21 nichtjüd. Angestellte, dazu 32 abhängige Handwerker). "Arisierung", Übernahme durch einen langjährigen Angestellten. Sigmund Seligsberger zog im Mai 1938 mit seiner Frau Sara nach Berlin. Nach dem Novemberpogrom 1938 war er in Leipzig inhaftiert.[1066] Anfang 1939 (?) [1082] flohen beide in die Niederlande, wo zwei Schwestern von ihm seit Jahrzehnten lebten und sich bereits ihr Sohn Ernst aufhielt. Sigmund und Sara Seligsberger mussten 1941/42 die Verfolgung und Ermordung ihrer einzigen Kinder Leo und Ernst erlebten. Sie selbst wurden im Mai 1943 vom Lager Westerbork ins Vernichtungslager Sobibor deportiert und ermordet. [1026].